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1781 fügte Grundmann zu den zwei Klappen des Hautboy eine weitere hinzu. In der Folge versahen deutsche Instrumentenbauer das Instrument mit immer mehr Klappen. Die Tendenz ging dahin, jedem Halbton ein eigenes Tonloch zu geben, das mit einer Klappe verschließbar sein sollte, und somit die Gabelgriffe überflüssig zu machen. In Frankreich folgte man dieser Entwicklung, wenn auch zögerlich, da viele Instrumentalisten die Meinung vertraten, zu viele Klappen schaden der Tonqualität.
Um 1825 wurden sowohl im deutschen als auch im französischen Raum Oboen mit 15 Tonlöchern und 10 Klappen gebaut. Trotzdem unterschieden sich die Instrumente grundsätzlich voneinander: Die unterschiedliche Klangästhetik hatte im Oboenbau zwei verschiedene Grundtypen herauskristallisiert, die später als „französische“ und „deutsche“ Oboe bezeichnet wurden.
In Frankreich setzte sich die Tendenz zu engerer Bohrung, dünnerer Rohrwand und schmäleren Rohrblättern kontinuierlich fort, während in Deutschland eine weitere Bohrung sowie die Charakteristika des klassischen Hautboy – das dickwandige Rohr, der Wulst am inneren Schallstückende, die Zwiebel (Baluster) und Ringe am Oberstück sowie die einfache Mechanik mit langstieligen, auf Holzblöcken gelagerten Klappen – bewahrt wurde. Eine innovative Mischform entwickelten Stephan Koch (1772–1828) und Joseph Sellner (1787–1843) um 1820 in Wien: eine Oboe mit klassischem Äußeren und für die damalige Zeit extrem enger Bohrung.
Die französische Oboe sowie die Wiener „Sellner-Koch-Oboe“ hatten einen hellen Klang, der aus dem Orchester herausstach, die deutsche Oboe behielt den dunkleren und mischfähigen Klang der klassischen Ära.
In Frankreich erhielt die Oboe durch innovationsfreudige Instrumentenbauer laufend neue mechanische Details: die Oktavklappe (die das Überblasen überflüssig machte), die von der Familie Trièbert eingeführte Kugelblocklagerung (längsgelagerte Mechanik, die ein komplexes Zusammenspiel von Hebeln und Klappen ermöglichte), Theobald Böhms sogenannte Brillenklappe (Bedienung einer Klappe durch einen Ring auf einer Rute; gleichzeitig wird ein anderes Tonloch geschlossen) sowie die Nadelfedern von Auguste Buffet sind nur einige davon.
Theobald Böhm (1794–1881), gelernter Uhrmacher und Flötist, entwickelte für die Querflöte einen revolutionären Klappenmechanismus, der in Frankreich begeistert aufgenommen wurde. Teile dieses Systems wurden auch auf die anderen Holzblasinstrumente übertragen. Eine radikale Böhm-Oboe (wie auch ein Böhm-Fagott) konnte sich jedoch aufgrund ihres neuartigen Klangcharakters nicht durchsetzen.
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