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| | Klarinette in Es, unsigniert, verm. Conrad Eschenbach, Musikinstrumentenfabrik Markneukirchen, Sachsen, gegründet 1883 (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser) |
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Um die Jahrhundertwende erhielt die Klarinette durch reformfreudige Instrumentenbauer weitere Klappen.
Eine sechste stammte vom Franzosen J. X. Lefèvre, eine siebente ließ der Engländer James Wood 1800 patentieren, der Franzose J. F. Simiot fügte eine Trillerklappe hinzu und stattete das g1-Tonloch mit einem Röhrchen aus, um das Ausfließen von Wasser zu verhindern.
1812 stellte der deutsche Klarinettist Iwan Müller ein neues Modell mit 13 Klappen vor und setzte damit einen Meilenstein für die gesamte moderne Klarinettentechnik. Sein System wurde von Klarinettisten begeistert angenommen und diente den Instrumentenmachern über das gesamte Jahrhundert als Grundlage für Nachahmung und Verbesserungen.
Bei der Anordnung der Klappen achtete er darauf, dass alle früheren Griffe beibehalten werden konnten. Statt der Leder- oder Filzpolsterung an den Klappen führte er Darmhautpölsterchen mit Wollfütterung ein. Müller trat auch dafür ein, das Mundstück mit dem Rohrblatt nach unten zu blasen – bis dato war das „Übersichblasen“, bei dem das Rohrblatt zur Oberlippe zeigte, Gepflogenheit vieler Musiker.
In Frankreich wurden um 1840 Teile des Klappenmechanismus, den Theobald Böhm für die Querflöte erfunden hatte, vom Pariser Klarinettisten Hyacinthe Eléonore Klosé (1808–1880) in Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbauer Louis-Auguste Buffet (gest. 1885) auf die Klarinette übertragen. Mit dieser „clarinette à anneaux mobiles“ („Klarinette mit beweglichen Ringen“) wurde der Prototyp der sogenannten Böhm-Karinette mit 17 Klappen geschaffen, die heute in romanischen und angelsächsischen Ländern verbreitet ist.
In Deutschland wurde um 1860 die Müller-Klarinette von Carl Baermann und Georg Ottensteiner (1815–1879) verbessert. Die heute im deutschsprachigen Raum gespielte 22-klappige Oehler-Klarinette, die der Berliner Instrumentenbauer Oskar Oehler (1858–1936) 1900 entwickelte, ist eine direkte Fortsetzung dieser Linie.
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