|
Im Unterschied zu den höheren Klarinetten (Klarinette in B, Piccoloklarinette), bei denen ein Teil der Tonlöcher mit den Fingern verschlossen wird (Grifflöcher), werden bei der Bassklarinette alle Tonlöcher mittels Klappen verschlossen. Dies ist einerseits auf ihre enorme Rohrlänge zurückzuführen – die Tonlöcher liegen für ein Abdecken mit den Fingern zu weit auseinander, zudem können viele mit den Fingern überhaupt nicht erreicht werden. Andererseits sind die Tonlöcher zu groß, um mit den Fingerkuppen abgedeckt werden zu können. Der Korpus bietet jedoch genug Platz, die zusätzliche Mechanik zu integrieren.
Die Bassklarinette verfügt über zwei Überblasklappen (d2 und e2 – die Klarinette hat eine Überblasklappe und nutzt zusätzlich die b-Klappe zum Überblasen). Die zweite Überblasklappe funktioniert je nach Modell entweder vollautomatisch (durch Koppelung an die erste Oktavklappe und weitere Klappen) oder mechanisch. Da die Vollautomatik eine kompliziertere Klappenmechanik erfordert und störanfällig ist, bevorzugen viele Klarinettisten die mechanische Variante, bei der die zwei Oktavklappen mit zwei getrennten Hebeln geöffnet werden können.
|