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Bassposaune - Geschichte

Die Entwicklungsgeschichte der Posaunen zeigt, dass die hohen Instrumente im 19. Jahrhundert an Bedeutung verloren, während die tiefen technisch immer ausgereifter wurden.

Renaissanceposaune – erste Versuche in der Basslage

Bereits im 16. Jahrhundert spielte die Bassposaune innerhalb der Instrumentenfamilie (Sopran-, Alt-, Tenor-, Bassposaune) eine wichtige Rolle. Aufgrund ihrer Stimmungen in Bezug auf die Tenorposaune wurden diese Instrumente Quart- oder Quintposaune genannt. Vereinzelt wurde es in der Folge zur Praxis, mit Hilfe eines Quart- oder Quintbogens, der in die Tenorposaune gesteckt wurde, die notwendige Rohrlänge zu erreichen. So konnte die Tenorposaune fallweise auch als Bassinstrument eingesetzt werden, wie es bis Ende des 18. Jahrhunderts üblich war. Die maximale Zuglänge von 92 cm (bei der Es-Bassposaune) und die weit auseinanderliegenden Positionen schränkten die Beweglichkeit dieser Bassposaunen im tiefen Bereich erheblich ein. Die Chromatisierung der Hörner und Trompeten zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhöhte auch die Anforderungen an die Bassposaune, daher wurden eine größere Beweglichkeit im Bereich der Großen Oktave und eine Verbesserung des Ansatzes angestrebt.

Romantik – die Tenorbassposaune als Universalinstrument

Die zwischen 1813 und 1830 erfundenen Ventile regten den Leipziger Instrumentenbauer F. C. Sattler im Jahre 1839 zur Entwicklung der Tenorbassposaune an. Sein Verdienst war es, das zusätzliche Rohrstück (Quart- oder Quintbogen) in den U-förmigen Bogen vor dem Schallstück zu integrieren, ohne sonstige Veränderungen an der Tenorposaune vorzunehmen. Durch die Platzierung des zusätzlichen Rohrstücks vor der Stürze wurde es möglich, mit dem Zugsystem der Tenorposaune in Basslage zu spielen, d. h.: Mit den kleineren Zugweiten der Tenorposaune ließ sich die Beweglichkeit im Bassbereich erhöhen. Durch ein Ventil (Quart- oder Quintventil) konnte der Posaunist nun während des Spiels zwischen Tenor- und Basslage umschalten.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängte die neue Tenorbassposaune die Bassposaune aus den Orchestern und nimmt seither die Stelle der 3. Posaune ein. Inzwischen hatte sich die dreistimmige Posaunengruppe im Orchester etabliert.

Tenorbassposaune

Tenorbassposaune (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gab es drei Posaunengrößen: Alt, Tenor und Bass. Aus diesen entwickelte sich die dreistimmige Posaunengruppe in Orchestern. Bald wurden die oberen Stimmen von Tenorposaunen in B, die untere von einer Tenorbassposaune ausgeführt. Auch reine Bassposaunen in F wurden eingesetzt, allerdings relativ selten. Sie wurden bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts v.a. für Militärkapellen gebaut.

Bassposaune

Bassposaune in B, Hermann Heinel, Markneukirchen, Deutschland (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

In Wagners Ring-Partitur wurden bereits Tenorbassposaunen vorgeschrieben. Häufig wurden auch alle drei Posaunen mit einer Tenorbassposaune besetzt.

Komponisten wie Schönberg, Berg, Strawinsky und Schostakowitsch führten die Posaunenstimme so, dass sie nur von einer Tenorbassposaune gespielt werden konnte. Heute gehört die Tenorbassposaune (mit Quart- und Quintventil) zur Standardbesetzung eines Symphonie- oder Opernorchesters. Trotz des großen Tonumfangs der Tenorbassposaune hat in neuerer Zeit eine Trennung zwischen Tenorbass- und Bassposaune stattgefunden – beide beruhen auf Sattlers Funktionsprinzip. Beide Instrumente haben dieselbe Rohrlänge, die Bassposaune hat jedoch eine größere Mensur (ab 13,8 mm), ein weiteres Schallstück (ab 24,8 cm), ein zusätzliches Ventil (entweder Es oder D) und ein größeres Mundstück.

Um 1830 führte das von Blühmel und Stölzel entwickelte Ventilsystem zum Bau der Ventilposaune, wobei der Zug durch Ventile ersetzt wurde. Zwar ist die Beweglichkeit dieses Instruments groß, aber der typische Posaunenklang fehlt. Im 19. Jahrhundert war sie eine Zeit lang in der italienischen Oper in Verwendung (z.B. in Verdis „Aida“, „Troubadour“). Heute findet man die Ventilposaune noch in Militärorchestern und in der Harmoniemusik.