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Basstuba - Geschichte 2 – die moderne Basstuba

1835 – Geburtsstunde der modernen Basstuba

Basstuba

Tuba, Ant. Holy, Pilsen, Böhmen, ca. 1850/60 (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Im Jahre 1835 erwarben der Posaunist Wilhelm Wieprecht (1802–1872) und Johann Moritz in Berlin das Preußische Patent für die Basstuba. Obwohl es schon vorher Ventilinstrumente in Basslage gab (z.B. den Bombardon), war dies das erste Instrument, das als Basstuba bezeichnet wurde.

Dieses Instrument aus Messing war in F gestimmt und mit 5 Pumpventilen („Berliner Pumpen“) ausgestattet, wobei die ersten drei Ventile mit der rechten und die beiden restlichen mit der linken Hand gespielt wurden: Die Ventile 1 und 2 erniedrigten den Grundton um einen Ganz- bzw. Halbton bezogen auf die Grundstimmung F, Ventil 3 erniedrigte die Grundstimmung um eine Quart, nämlich von F nach C, Ventil 4 und 5 um einen Ganz- bzw. Halbton von C aus (großer Halb- bzw. Ganzton). Die relativ enge Bohrung ließ die tiefen Töne nicht stark klingen.

Wieprecht hat im Zuge der Reorganisation des preußischen Militärmusikwesens zwei Basstubas in jeder Kapelle eingeführt, was zur Verbreitung und Weiterentwicklung des Instrumentes beitrug. Das anfangs gängige dreiventilige Instrument konnte sich nicht durchsetzen, da es mit ihm nicht möglich war, die Lücke zwischen dem 1. und dem 2. Naturton zu schließen. In der Folge wurden Tubas mit 4 bis 6 Ventilen gebaut.

Die Koexistenz des Bombardon mit der Basstuba führte seinerzeit oft zu Verwechslungen. Hector Berlioz bezeichnete die Wieprecht’sche Tuba als Bombardon mit verbessertem Mechanismus und konstatierte, dass seine Klangfarbe der Ophikleide sehr ähnlich sei. In Frankreich war für die Tuba lange Zeit der Begriff ophicléide-à-pistons in Gebrauch. Zwei Merkmale zeichneten die Tuba aus: Die weite Bohrung und die Ventile, die neuen „Berliner Pumpen“. Zur Aufklärung der Verwirrung um die Bezeichnungen lässt sich Folgendes sagen: als Bombardon wurde das Bassinstrument in Militärkapellen bezeichnet, als Tuba das entsprechende Instrument im Symphonieorchester.

Mit der Einführung der Tuba war das Problem eines zufriedenstellenden Basses in der Militär-, und Blasmusik gelöst. Trotzdem fand sie eher schleppend Eingang in das Symphonieorchester.

Hector Berlioz beschreibt die Basstuba, die er auf einer Deutschlandtournee kennenlernte, folgendermaßen: Die Basstuba habe in Preußen die Ophikleide verdrängt; sie sei ein großes Blasinstrument mit 5 Drehventilen, was einen großen Umfang im tiefen Register ergebe. Die tiefen Töne seien verwischt, aber bei Oktavierung mit einer anderen Basstuba ergäbe dies einen enormen Reichtum an Resonanz. Im mittleren und oberen Register sei der Klang sehr edel, weniger flach als die Ophikleide, voll, vibrierend und passend zur Klangfarbe der Posaunen und Trompeten, denen die Tuba als Bass dient. Berlioz ist unter den Komponisten zu einem der ersten Tubafans geworden und hat in seinen Partituren fast ausnahmslos die Ophikleide durch die Basstuba ersetzt.

Nach und nach tauchte die Basstuba in verschiedenen Orchestern auf, ab Mitte des 19. Jahrhunderts war sie in deutschen Orchestern weit verbreitet.

Bombardon

Bombardon

Gegenwart

Die heutigen Tubas haben eine starke konische Erweiterung von ca. 1:10 bis 1:20 vom Mundstück zum Schalltrichter. Aufgrund der weiten konischen Bohrung sprechen die Pedaltöne gut an. In der heutigen Praxis werden vor allem Instrumente mit 5 und 6 Ventilen verwendet – diese Zahl ist notwendig, um die volle chromatische Skala zu bekommen (11 Halbtonschritte nach unten) und eine saubere Intonation zu gewährleisten.

Bei der Orchestertuba ist der Schalltrichter nach oben gerichtet. Die Helikonform wird im Blasorchester oder in der Tanzmusik verwendet, das Sousaphon in amerikanischen Blasorchestern und in der Militärmusik.