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  • Bassoon sonata - 1st mvt.
  • Fagottsonate - 3. Satz
  • "Rite of Spring" 1a Introduction
  • September Melody
  • Magic Box
  • Winter Soliloquy

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Fagott - Klangerzeugung

Ansatz

Das Doppelrohrblatt – von Fagottisten und Oboisten kurz „Rohr“ genannt - wird von den FagottistInnen zwischen die Lippen genommen und angeblasen, wodurch die beiden Rohrblätter gegeneinander in Vibration versetzt werden: Sie öffnen und schließen sich sehr schnell und geben so stoßweise Energie an die Luftsäule im Inneren des Instruments ab, welche zum Mitschwingen angeregt wird.

Zur Erzeugung der verschiedenen Tonhöhen wird, wie bei allen Holzblasinstrumenten, primär der Klappenmechanismus genutzt. Die Technik des Überblasens - das Fagott überbläst in die Oktave – wird weitgehend durch den Einsatz von Oktavklappen ersetzt. 5 der Tonlöcher werden direkt mit den Fingern verschlossen, die restlichen mit Klappen.

Griffweise

Die Grundskala des Fagottes reicht von F bis f. Diese Skala wird mit Hilfe der Klappen in der Tiefe bis zum B1 verlängert.
Mit einem sogenannten A-Schallstück, das auf das reguläre B-Schallstück aufgesetzt wird, ist auch das A1 noch spielbar.

Die Töne von fis bis d1 werden durch Überblasen der Grundskala (Überblasen ersten Grades) erzeugt, die Griffweise entspricht der in der unteren Oktave.
Von es1 bis es2 (und höher) werden Spezialgriffe bzw. Griffkombinationen verwendet.

Zwei Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass die Griffweise für FagottistInnen trotz der großen Dimensionen ihres Instrumentes bewältigbar ist:
1. Klappen mit sehr langen Stielen
2. Die besonders dicke Rohrwand des Fagottes erlaubt es, die Tonlöcher schräg in das Holz zu bohren. So können FagottistInnen die 5 Grifflöcher bequem erreichen. Die spezielle Wandstärke trägt auch wesentlich zum Klangcharakter des Fagottes bei.

Übrigens: beim Fagott bleiben durch seine U-Form Kondenswasser der Atemluft oder Speichel im Instrument zurück. Die Tonlöcher am Flügel sowie der Stiefel sind daher mit Kautschuk oder ähnlichem Material gefüttert, um Fäulnisbildung vorzubeugen.

Spielhaltung

Das Fagott wird beim Spielen schräg vor dem Körper gehalten, mit der linken Hand oben und der rechten unten. Die linke Hand bedient die 5 Grifflöcher und etwa 16 Klappen des Flügels und der Bassröhre, die rechte die ca. 11 Klappen am Stiefel.

Aufgrund seiner Größe und seines Gewichtes muss das Fagott beim Spielen gestützt werden. FagottistInnen benutzen daher einen Tragriemen, der – um den Hals oder die Schultern gelegt und an einer Öse am Stiefel des Instrumentes eingehakt – das Fagott hält. Für die sitzende Spielhaltung gibt es als Alternative sogenannte Sitzgurte – der Spieler sitzt auf einem Lederriemen mit einem Beutel am Ende, in dem das Fagottknie abgestellt wird.