AUDIO
  • Scherzo Brillante (Horn)
  • Vienna Horn Variations
  • Adagio and Toccata
  • Blue Danube Waltz - Horn solo
  • Horn meets Brass & Percussion

Open External Player

Horn in F - Kurzportrait

horn_44x68

Wiener Horn in F
Englisch: Viennese horn
Französisch: Cor Viennois
Italienisch: Corno di Vienna


Das Rohr des Wiener Horns verläuft zu 55 % konisch und ist durchgehend enger mensuriert als beim weltweit gebräuchlichsten Doppelhorn in F/B. Der sogenannte F-Bogen, der hinter dem Mundstück ansetzt und ungefähr 1/3 der Rohrlänge ausmacht, ist beim Wiener Horn nicht fix integriert, sondern auswechselbar – v.a. bei Naturhornparts werden auch andere Stimmungen verwendet.

Die drei Ventile sind Wiener Ventile (Doppelpumpenventile) und werden mit dem 2., 3. und 4. Finger der linken Hand bedient. Im Unterschied zum Wiener Horn besitzt das Doppelhorn in F/B Drehventile und wahlweise ein zusätzliches Stopfventil. Beim Wiener Horn gleicht der Hornist die Tonerhöhung, die beim Stopfen entsteht, nicht durch ein Stopfventil aus, sondern indem er den betreffenden Ton um einen Halbton tiefer spielt.

Durch Einführen der rechten Hand in das Schallstück werden die feinsten Intonations-Abstufungen kontrolliert. Diese Intonationskontrolle, die Deckung, ist auch verantwortlich für den typischen weichen und romantischen Waldhornklang. Zusätzlich kann der/die HornistIn die Intonation durch den Ansatz (Veränderung der Lippenspannung) kontrollieren.

Wiener Ventil

Das Wiener Ventil ist ein Doppelpumpenventil, das 1830 vom Wiener Leopold Uhlmann in Anlehnung an das 1818 von Blühmel und Stölzel patentierte erste Pump-Ventil entwickelt wurde. Heute ist das Wiener Horn das einzige Instrument, das mit Wiener Ventilen gebaut wird – ein Instrument, das hauptsächlich in Wien, u. a. bei den Wiener Philharmonikern, in Verwendung ist.

Drehventil

Auch: Zylinderventil. 1835 von Joseph Riedl in Wien entwickeltes Ventil, das heute neben dem Périnet- bzw. Pumpventil bei Blechblasinstrumenten weltweit am häufigsten verwendet wird.

Stopfventil

Zusätzliches Ventil beim Ventilhorn, das die Tonskala des Horns ca. um einen Halbton vertieft. Dadurch kann die beim Stopfen erzeugte Tonerhöhung wieder ausgeglichen werden.

Stopfen

1. Spielpraxis beim Naturhorn ab der Mitte des 18. Jahrhunderts. Durch Einführen der rechten Hand in das nach unten gerichtete Schallstück wurde das Rohr verengt. Durch die damit verbundene Absenkung der Horntöne konnten die in der Naturtonskala fehlenden Zwischentöne erzeugt werden. Das Horn erhielt durch das Stopfen eine gewisse Chromatik. Die gestopften Töne klangen jedoch schwächer und dumpfer und eigneten sich nur als Übergangstöne, nicht jedoch als tragende Melodietöne. Durch die Erfindung der Ventile kam die Stopftechnik zur Chromatisierung außer Gebrauch.

2. Nicht zu verwechseln mit dem Stopfen beim Naturhorn ist die Deckung – das Einführen der rechten Hand in das Schallstück beim Ventilhorn, das integraler Bestandteil der heutigen Spielpraxis ist. Dieses Verengen des Rohres dient zur Intonationskorrektur der einzelnen Töne und trägt maßgeblich zum Klangcharakter des Ventilhorns bei.

3. (Total-)Stopfen: Moderne Spieltechnik beim Ventilhorn. Verschließen des Schallstückes des Ventilhorns durch Einführen der rechten Faust, oft auch mit einem Tuch umwickelt. Der Schall wird dadurch nicht über das Schallstück abgestrahlt, sondern über das verschlossene, vibrierende Rohr nach außen übertragen. Das Stopfen verursacht eine Tonerhöhung von ca. einem Halbton, die durch das Stopfventil ausgeglichen wird.

Klassifikation
Aerophon, Polsterzungen-Instrument, Blechblasinstrument

Material
Messing, Goldmessing, Neusilber

Mundstück
Trichtermundstück

Rohr
Länge 370 cm, mehrfach kreisförmig gewunden, Verlauf überwiegend konisch
abnehmbarer F-Bogen, Länge 105–120 cm

Mensur
Eng, Innendurchmesser im zylindrischen Rohrverlauf ca. 10,8 mm.

Ventile
3 Wiener Doppelpumpen-Ventile (Senkung um 1, ½ und 1 ½ Töne)

Stürze
Randdurchmesser 30,5 cm, Schallstück weit ausladend und parabolisch geschwungen