AUDIO
  • Lemonade Bitter (Piccolotrompete)
  • Paper Airplane (Piccolo trumpet)
  • Brandenburg Concerto#2-1st mov
  • Abblasen (Piccolo trumpet)

Open External Player

Piccolotrompete - Kurzportrait

Piccolotrompete in hoch B/A
Englisch: piccolo trumpet
Französisch: petite trompette
Italienisch: tromba piccola

Als Piccolotrompeten werden alle Trompeten in den Stimmungen D bis hoch B bezeichnet.

Die Piccolotrompete wird heute im Orchester hauptsächlich dann verwendet, wenn Trompetenparte durchgehend sehr hoch gehalten sind, z.B. zur Ausführung von barocken Clarino-Partien bei Bach und Händel.

Spieltechnisch ist die Ausführung hoher Trompetenparte auf der Piccolotrompete nicht mit der früheren Ausführung auf den Barocktrompeten zu vergleichen:
Das Rohr der barocken Trompeten war doppelt so lang wie das der modernen Trompeten – der Grundton einer barocken C-Trompete war daher um eine Oktave tiefer als bei der heutigen C-Trompete. Da eine doppelt so lange Luftsäule in Bewegung gebracht werden musste, war die Tonansprache wesentlich schwieriger. Um die hohen Naturtöne im Clarinregister (ab dem 8. Teilton) überhaupt erreichen zu können, wurde daher ein spezielles Clarinmundstück verwendet. Auf den modernen Trompeten und insbesondere auf der Piccolotrompete ist die Tonansprache durch das kurze Rohr wesentlich leichter, die Treffsicherheit im hohen Bereich viel größer. Ein spezielles Mundstück wird nicht verwendet. Mit dem barocken Clarinblasen kann die Ausführung der hohen barocken Clarinparte auf der Piccolotrompete also nicht verglichen werden. Daher ist die umgangssprachliche Bezeichnung Bach-Trompete oder Clarin-Trompete für die Piccolotrompete nicht richtig.

Obertöne

Teiltöne, die in einem ganzzahligen Schwingungsverhältnis zueinander stehen (1:2:3:4:5:6 …), werden Obertöne oder harmonische Teiltöne genannt. Die Zählung der Obertöne unterscheidet sich von der Zählung der Teiltöne insofern, als der tiefste Ton als Grundton nicht gezählt wird (Grundton = 1. Teilton, 1. Oberton = 2. Teilton, 2. Oberton = 3. Teilton usw.). Während der Grundton als Tonhöhe gehört wird, verschwimmen die Obertöne zur Klangfarbe. Heute ist die Zählung nach Teiltönen üblich, da sie den Schwingungsverhältnissen entspricht.

Werden Obertöne hintereinander aufgereiht, so erhält man die Obertonreihe. Die Obertöne werden auch „Harmonische“ genannt. Das Schwingungsverhältnis der Teiltöne zueinander wird wie immer beim Schall von tief nach hoch bestimmt.

Die Zahlenzusammenhänge zwischen den harmonischen Teiltönen (Obertönen) wurden bereits von Pythagoras (um 500 v. Chr.) entdeckt. Im geschichtlichen Verlauf wurden sie zur mathematischen Grundlage der abendländischen Intervalllehre.

Klassifikation
Aerophon, Polsterzungen-
instrument, Blechblasinstrument

Material
Messing (Rohr), Goldmessing (Mundrohr)

Mundstück
kleines Kesselmundstück

Rohr
Länge 65–72cm, Verlauf zylindrisch–konisch (Bügelform)
A-Mundrohr (Umstimmen nach A)

Mensur
eng, Innendurchmesser 10,4–11 mm

Ventile
3 Perinetventile (1, ½, 1 ½ Töne), 1 Zusatzventil (1 Ganzton)

Stürze
Randdurchmesser 9,4–10 cm