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Violoncello - Kurzportrait

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Violoncello
Englisch: cello
Französisch
: violoncelle
Italienisch: violoncello

Das Violoncello ist das Tenor- und Bassinstrument der Violinfamilie (Violine, Viola, Violoncello).

Heute wird im Englischen und Deutschen die Kurzform Cello verwendet. Im 19. Jahrhundert eroberte sich das Violoncello neben der Violine einen Platz als wichtigstes Solostreichinstrument. Im 20. Jahrhundert trat eine Spezialisierung zwischen Solist, Kammer- und Orchestermusiker ein.

Die Bauteile entsprechen denen der Violine, nur sind sie größer, in der Bauweise gibt es keine Unterschiede.
Der Bogen ist ca. 2 cm kürzer und um ein Viertel schwerer als der Violinbogen. Als Bogenbespannung werden Rosshaare verwendet, Kolophonium (Harz) dient zur Steigerung der Haftkraft.

Obwohl das Violoncello historisch, bautechnisch und klanglich zur Violinfamilie gehört, unterscheidet es sich in zwei Punkten von der Violine und der Viola: in der Spielhaltung und in der Fingertechnik.

  1. Spielhaltung: Das Violoncello wird – aufgrund seiner Größe – in aufrechter Spielhaltung (wie die Viola da Gamba) gespielt. Die SpielerInnen halten heute ihr Instrument zwischen den Beinen und setzen es auf einem Stachel am Boden auf. Früher hielt der Spieler sein Instrument zwischen den Beinen an den Körper gepresst oder setzte es auf einen Stuhl und spielte im Stehen. Mit der linken Hand umfasste er den Hals. Auf diese Weise konnten nur sehr einfache Bassfiguren gespielt werden.
  2. Fingertechnik: Diese änderte sich, als etwa um 1740 der Daumen als Spielfinger „entdeckt“ wurde. Durch den „Daumenaufsatz“ konnten die hohen Lagen, besonders der höchsten Saite, erreicht werden.

Mensurverhältnis

Das Mensurverhältnis bezeichnet ein Längenverhältnis, und zwar zwischen dem Abstand vom Obersattel zum Deckenrand (Strecke 1) und vom Deckenrand zum Steg (Strecke 2). Das Verhältnis beider Strecken zueinander ist das Mensurverhältnis. Die Summe dieser beiden Strecken ergibt die Länge der schwingenden Saite. Beim Violoncello beträgt der Abstand zwischen Obersattel und Deckenrand 28 cm, zwischen Deckenrand und Steg 40–42 cm (Saitenlänge = zwischen 68–70 cm). Das Mensurverhältnis beträgt also 7:10. Bei der Violine beträgt die Halsmensur 13 cm, die Deckenmensur 19,5 cm (Saitenlänge = 32,5 cm). Das Mensurverhältnis beträgt 2:3.

Die eigentliche Mensur eines Streichinstruments ist die Deckenmensur, also die Länge der Decke des Korpus, die erheblich variieren kann. Dreiviertel-Celli (mit 68 cm Korpuslänge) oder Halbe-Celli (mit ca. 56 cm Korpuslänge) werden vor allem für Kinder gebaut.

Klassifikation
Chordophon, Halsstiellaute, Streichinstrument.
Tenor- und Bassinstrument der Violinfamilie (Violine, Viola, Violoncello)

Kopf
Schnecke und Wirbelkasten aus Ahorn.
Seitenständige Wirbel aus Ebenholz

Hals
Länge: 28 cm, Griffbrett ohne Bünde aus Ebenholz

Korpus
Länge: ca. 75,5 cm, kastenförmig.
Decke mit F-förmigen Schalllöchern, Boden, Zargen

Saiten
Länge der schwingenden Saiten: 68–70 cm. 4 Saiten in Quinten gestimmt: C, G, d, a. Material: Darm, Kupfer, Silber, Aluminium, Stahl, Nylon, Perlon.

Stachel
Stahl

Gesamtlänge
Etwa 125 cm

Bogen
Länge: 71–73 cm. Bogenstange aus Pernambukholz, Spitze, verstellbarer Frosch (Perlmutt). Kürzer und schwerer als der Violinbogen.

Dämpfer
Kammförmiges Gerät aus Metall oder Ahornholz, das die Schwingungen des Steges dämpft.