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Klarinette in B - Zwei Bauweisen

Heute werden 2 Systeme verwendet: das deutsche oder Oehler-System und das französische oder sogenannte Böhm-System, das in Frankreich, Großbritannien und den USA verbreitet ist.

Die Bezeichnung Böhm-System führt etwas in die Irre: Nicht der revolutionäre Klappenmechanismus, den Böhm für die Flöte erfunden hatte, wurde auf die Klarinette angewandt, sondern nur das Prinzip der Ringklappen. Eine Übertragung der Böhm’schen Klappenmechanik auf die Klarinette war schon allein deshalb nicht möglich, weil Flöte und Klarinette verschieden lange Grundskalen haben: Die Flöte überbläst in die Oktave, die Klarinette in die Duodezim (Oktave + Quint).

Deutsches und französisches System im Vergleich

Klappensystem

Das französische Modell (Standard-Böhm-Modell) hat 17 Klappen (plus 7 offene Tonlöcher, also insgesamt 24 Tonlöcher) und 6 Brillenringe; das deutsche Modell hat mindestens 22 Klappen und 5 Brillenringe.

Die Applikatur (Griffweise) ist beim französischen System etwas einfacher.

Mundstück

Auf der Unterseite des spitz zulaufenden Mundstückes ist eine Kerbe (Ausstich) herausgeschnitzt, über der das Rohrblatt befestigt ist. Die Flächen links und rechts der Kerbe, die Schenkel, dienen als Auflagefläche für das Rohrblatt. Sie stellen die sogenannte Bahn dar, auf der das Rohrblatt beim Spielen schwingt. Die Form der Bahn – v.a. die Art, in der die Schenkel auf die Mundstückspitze zulaufen – bestimmt zu einem wesentlichen Teil die Klangfarbe einer Klarinette.

Klarinettenmundstück

Mundstück
von der Seite:
1 Rohrblatt
2 Bahn
3 Blattschraube

von unten (ohne Rohrblatt):
4 Schenkel
5 Ausstich
6 Auflagetisch

Das deutsche Mundstück hat eine engere und etwas ausgehöhlte Bahn. Das Rohrblatt ist schmäler, länger und schwerer. Früher wurde es traditionell mit einer Schnur (Blattschnur) aufgebunden, auf modernen Instrumenten ist es meist mit einer Schraube (Blattschraube) befestigt. Das französische Modell hat eine breitere und flache Bahn, das Rohrblatt ist mit einer Schraube befestigt.

Das Mundstück ist für KlarinettistInnen der individuellste Teil des Instrumentes. Die Unterschiede im Material und in der Bauweise sind in den unterschiedlichen Klangidealen der einzelnen Schulen begründet. Die Frage, ob „deutsches“ oder „französisches“ Mundstück, ist für KlarinettistInnen philosophischer Natur.

Bohrung

Deutsche Klarinetten sind etwas weiter gebohrt als französische.

Klang

Der Ton einer Klarinette hängt in erster Linie vom Spieler ab. Der Klang der deutschen Klarinetten ist aber tendenziell dunkler.