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  • Magnificent Journey (Contrabass trombone)
  • Solo for Contrabass trombone

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Kontrabassposaune - Geschichte

Im 16. Jahrhundert gab es eine Oktavposaune (trombone doppio = doppelte Posaune), deren Stimmung eine Oktave unter der Tenorposaune lag. Die enormen Zuglängen (die Rohrlänge betrug etwa 6 Meter) erlaubten nur ein langsames Spielen. Versuche, den Zug aus vier Rohrteilen zu bilden (ein doppeltes U) und solcherart die Zuglängen zu halbieren – mit jeder Zugbewegung konnte eine doppelte Rohrverlängerung erzielt werden –, waren bereits im 16. Jahrhundert bekannt, spielten aber im Barock und in der Klassik keine Rolle.

Das Prinzip der doppelten U-Form nannte man Doppelzug oder Doppelposaune.

Erst der Deutsche Gottfried Weber konzipierte im Jahre 1816 eine Doppelposaune in F (1830 von Halary in Paris gebaut), die eine Verkürzung der Zuglängen sogar gegenüber der alten Bassposaune erlaubte. Diese Verkürzung bedeutete einen wesentlichen Fortschritt in der Spielpraxis.

C.A. Moritz baute um 1860 in Berlin eine Doppelzug-Kontrabassposaune in B (ohne Zusatzventil) für Richard Wagner, der diesem Instrument im „Ring“ zum ersten Mal wichtige Aufgaben zuwies. In der Folge führten Komponisten wie Giuseppe Verdi („Aida“, 1871; „Requiem“, 1874), Giacomo Puccini („La Bohème“, 1896), Richard Strauss und Arnold Schönberg („Gurre-Lieder“, 1911) die Stimme der 4. Posaune in immer tiefere Regionen, so dass sie nur mehr von der Kontrabassposaune bewältigt werden konnten.

Doppelzugposaune

Doppelzugposaune in F (tiefe Stimmung), vermutl. aus Markneukirchen, Deutschland, ca. 1820/30 (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Allen diesen Werken ist eine große Besetzung mit Sängerbeteiligung gemeinsam. Die Aufgabe der Kontrabassposaune war es vor allem, durch das nötige Volumen eine stabile und tragfähige Grundierung des 4-stimmigen Posaunensatzes zu bilden und (anders als die Tuba) sich in den homogenen Gesamtklang der Posaunengruppe einzufügen.

Ernst Dehmel verwendete 1921 zur Konstruktion einer verbesserten Kontrabassposaune das Prinzip der Tenorbassposaune, das bis heute üblich ist: eine Bassposaune in F, versehen mit 2 Ventilen (Es und in B), die jedes für sich oder gemeinsam geöffnet werden können. Beide gemeinsam senken die Stimmung auf As (eine Quint plus eine große Sekund). Diese Kombination von Bass- und Kontrabassposaune entspricht technisch dem von C.F. Sattler 1839 in Leipzig entwickelten System. Auch andere Ventile wie z.B. Es- und C-Ventile haben sich durchgesetzt. Das Doppelzugsystem ist daher heute nicht mehr üblich.