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Kontrabass - Notation

Der Kontrabass ist das einzige transponierende Streichinstrument. Wegen seiner tiefen Lage erfolgt die Notation eine Oktave höher als der Klang, im Bassschlüssel.

Bis Beethoven spielen Kontrabass und Violoncello ihre Parts aus einer gemeinsamen „Bass“-Stimme. Der Kontrabass verdoppelt das Violoncello automatisch in der Unteroktave, wenn er dieselbe Stimme spielt wie das Violoncello. Auf älteren oder 4-saitigen Kontrabässen (tiefster Ton E1) konnten die tiefsten Töne des Violoncellos (bis C) nicht in der Unteroktave (C1) gespielt werden. Üblicherweise wurden diese Töne eine Oktave höher gespielt (unisono mit dem Violoncello).

Historische Notationsweisen

In der Praxis der Wiener Klassik (seit Joseph Haydn) bis zur 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Kontrabassstimme an exponierten Stellen im Violinschlüssel notiert – Anton Bruckner verwendete zum Violinschlüssel auch den Tenorschlüssel. Der Klang solcher Stellen, die solistischen Charakter hatten, war 2 Oktaven tiefer als die Notation. Diese Praxis galt auch für das Violoncello (Klang 1 Oktave tiefer als notiert). Folgende Feinheit dieser historischen Notationsweise kann in den meisten Fällen als gültig betrachtet werden: Fing ein Satz mit dem Violinschlüssel an oder folgte dieser direkt auf einen Bassschlüssel, war der Klang des Kontrabasses zwei Oktaven tiefer. Folgte jedoch der Violinschlüssel in direkter Fortsetzung auf einen Tenorschlüssel, war der Klang nur eine Oktave tiefer als notiert, wie beim Bassschlüssel auch. Die grundsätzliche Verwendung des Violinschlüssels bei solistischen Stellen brachte den Vorteil, dass oftmalige Schlüsselwechsel oder Hilfslinien vermieden wurden. Dadurch erhöhte sich die Lesbarkeit, da das Profil der melodischen Linie auf einen Blick erkennbar wurde.

In Italien wurden Solostücke klingend notiert.

Notationen für die Bogenführung (rechte Hand)

Grundsätzlich werden viele Bogenstriche, die unter Staccato fallen, nicht notiert, sondern von den Spielern in der richtigen Form ausgeführt. Wird eine bestimmte Bogenführung von Seiten der Komponisten gewünscht, wird sie vorgeschrieben.

Melodische Linien, die auf einem Bogenstrich ausgeführt werden sollen, werden von einem Phrasierungsbogen umklammert. Der Bogenwechsel kann dabei auf einer Note erfolgen.

DB_notation_upbow_downbow_de_292x85

Détaché
Non–legato Spielweise, der Bogen wird abwechselnd auf und ab geführt, ohne dass er von der Saite abgehoben wird.

  1. Das Détaché wird oft ausdrücklich vorgeschrieben.
  2. Das grosse Détaché, ein starker Bogenstrich, der jedem Ton eine kurze Zeit zum Nachklingen lässt, wird mit Punkt über der Note notiert.
  3. Das stärkste Détaché besteht nur aus Abstrichen. Der Bogen wird nach jedem Strich von der Saite getrennt.
DB_notation_detache_de_607x131

Martelé
Gehämmerter Strich (ital. martellato = gehämmert).

Jeder Bogenstrich (Auf oder Ab) wird plötzlich beendet, wobei der Bogen auf der Saite liegen bleibt.

DB_notation_martele_323x70

Sul tasto und sul ponticello
Oft wird – der veränderten Klangfarbe wegen – auch der Ort notiert, wo der Bogen die Saite streichen soll. Sulla tastiera (am Griffbrett, sur la touche), sul ponticello (am Steg).

Die meisten Spielarten sind sul ponticello und sulla tastiera möglich.

Pizzicato
Gezupft.

Wechsel pizzicato – arco
Die Wechsel zwischen gestrichen (arco) und gezupft (pizzicato) werden immer in Worten notiert. (Pizzicato gilt bis arco geschrieben wird).

„Bartók-Pizzicato“
Die Saite wird mit zwei Fingern der rechten Hand angehoben, so dass sie beim Loslassen auf das Griffbrett schnellt. Der Klang ist sehr geräuschhaft und wird für perkussive Effekte genutzt. Wird mit einem Kreis mit Stiel nach oben oder nach unten über jeder Note notiert.

DB_notation_pizzicato_607x82

Gezähltes Bogentremolo
Die Wiederholung eines Tones ohne Akzent oder Rhythmus durch sehr rasche Auf- und Abstriche an der Spitze des Bogens ausgeführt.

Für die Zuhörer entsteht ein „zitternder“ Klangeindruck, der besonders als Hintergrund für spannende Effekte und Klangsteigerungen genutzt wird. Ebenso sind Doppelgriffe als Tremolo möglich. Das Bogentremolo ist meist gezählt, d.h. die Anzahl der Bogenstriche entspricht genau der notierten Unterteilung des Gesamtnotenwertes, welcher die Dauer des Tremolos angibt. Ein solches Tremolo muss von allen StreicherInnen synchron gespielt werden. Es gibt auch ein frei ausführbares Tremolo.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gehören Tremoli zu den üblichen Streichereffekten.

Freies Bogentremolo

DB_notation_bowed_tremolo_de_607x60

Col legno, mit Holz (with the wood, avec le bois)
Mit dem Holz des Bogens entweder anschlagen oder anstreichen. Ersteres ist ein Schlageffekt und wird bei sich wiederholenden Figuren verwendet. Letzteres klingt brüchig, spröde, trocken und hinterlässt einen unklaren Tonhöheneindruck.

Hinter dem Steg (behind the bridge)
Die Saite wird zwischen Steg und Feinstimmer angestrichen.

X-Zeichen werden im Notensystem notiert, und zwar auf jenen Tonhöhen, die den leeren Saiten entsprechen, welche gespielt werden sollen. Die Tonhöhe ist undefinierbar, die verschiedenen Saiten geben unterschiedliche Tonhöhen.

Notationen für die Grifftechnik (linke Hand)

Flageolett
Flageoletts können auf zwei Arten notiert werden:

  1. Entweder im Violinschlüssel in realer Tonhöhe (nicht eine Oktave höher als der Klang wie bei im Bassschlüssel notierten gegriffenen Tonhöhen). Oft wird „aktuelle Tonhöhe“ oder „klingend“ dazugeschrieben. Diese Art der Notation, die Hilfslinien vermeidet, wird von den KomponistInnen in der Regel bevorzugt.
  2. Oder im Bassschlüssel, wobei die Notation eine Oktave höher ist als der Klang (wie bei gegriffenen Tonhöhen).
DB_notation_harmonics_natural_de_599x222

Portamento
Ein hörbares Rutschen des Grifffingers entlang der Saite mit gleichzeitigem Lagenwechsel. Zwei Tonhöhen werden gleichsam wie in einem angedeuteten Glissando lückenlos verbunden.

DB_notation_portamento_184x46

Con sordino
Con sordino (Dämpfer, Sordine, mute) bezeichnet das Aufsetzen des Dämpfers und gilt so lange, bis die Anweisung senza sordino das Absetzen vorschreibt.

Doppelgriffe
Sehr schwierig und sehr selten.

Pizzicato
Pizzicato der linken Hand wird mit „+“ über der Note bezeichnet.

DB_notation_pizzicato-left_hand_104x39

Fingertremolo
Zwei Töne auf derselben Saite werden folgendermaßen als Tremolo gespielt: Der Finger der tieferen Position hält die Saite gedrückt, während der andere Finger einen höheren Ton in schnellem Tempo abwechselnd drückt und loslässt. Der Bogen vollführt keine schnellen Auf- und Abstriche wie beim Bogentremolo, sondern gleitet ruhig über die Saite. Auf diese Weise entsteht eine Art Triller.

DB_notation_finger_tremolo_411x50

Su una corda
Die Anweisung, eine Kantilene auf einer bestimmten Saite zu spielen. (z.B. sul G) Su una corda heißt auf einer Saite.