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Glockenspiel
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Glockenspiel - Klangverbindungen

Obwohl der Spieler 2 Schlägel pro Hand halten könnte, ist die Hauptspieltechnik – ähnlich wie beim Xylophon – das Spielen einstimmiger melodischer Linien. (Die akkordisch-harmonische Spielweise ist heute eher dem Marimbaphon vorbehalten.  Das Vibraphon dagegen ist für melodische und harmonische Aufgaben gleichermaßen geeignet).

Im Orchester besteht die Hauptaufgabe des Glockenspiels darin, melodischen Linien, die von anderen Instrumenten gespielt werden, eine aufhellende Note hinzuzufügen – durch Verdoppelung im Unisono oder eine, zwei oder drei Oktaven höher. Die häufigsten derartigen Klangverbindungen findet man mit der Flöte, Piccoloflöte, Celesta, Harfe, seltener Violine, Oboe, Klarinette.

Soli sind eher selten, aber sehr wirkungsvoll und auffallend und meist nicht nur klanglich motiviert, sondern symbolisch (Glockenspiel steht für Vogel, auch für Zeit, die verfliegt).

Sowohl in verdoppelnder als auch in solistischer Funktion kann man dem Glockenspielklang eine markierende Wirkung zuschreiben. In der klassisch-romantischen Tradition wurde es wegen seines sehr hellen Klanges sehr sparsam eingesetzt, um eine Ermüdung des Hörers zu vermeiden. Der Wandel des Klangideals im 20. Jahrhundert hat den erweiterten Einsatz des Glockenspiels in den verschiedensten Stilrichtungen gefördert.

Vergleich von vier Stabspielen

Das Glockenspiel gehört zu den melodieführenden Instrumenten innerhalb der Schlaginstrumente. Dies gilt für alle Stabspiele (Mallets): Vibraphon, Xylophon, Marimbaphon, Lithophon. Die orchestralen Aufgaben der Stabspiele resultieren  aus ihren Klangeigenschaften und sind unterschiedlicher Natur:

Glockenspiel
Der äußerst helle und hohe Klang versilbert melodische Linien, oktaviert melodische Linien in der höchsten Spitzenlage, verhilft ihnen zu mehr Durchsetzungskraft durch eine Aufhellung des Gesamtklanges einer melodischen Linie. Im Kontext kleinerer Besetzungen erfüllt das Glockenspiel auch solistische Aufgaben.

Vibraphon
Weicher Klang, langer Nachklang, dient der Verlängerung von Klängen oder Akkorden. In der tiefen Lage schwache, in der mittleren und hohen Lage stärkere Durchsetzungskraft gegenüber anderen Instrumenten. Kann sich gegen ein Orchestertutti nicht durchsetzen. Die Aufgaben sind gleichwohl harmonischer wie auch solistischer Natur, besonders im Kontext kleinerer Besetzungen.

Xylophon
Mit Hilfe des kurzen und sehr hohen Xylophonklanges erreichen Tonfolgen ein scharfes Profil, das sich gegenüber einem Orchestertutti durchsetzen kann. Der Xylophonklang sticht aus jeder instrumentalen Klangverbindung heraus. Die besondere Fähigkeit des Xylophons im Orchester liegt in der Zeichnung von Konturen, die sofort auffallen, nicht in der Verschmelzung mit anderen Klängen.

Marimbaphon
Im Gegensatz zum Xylophon ist der weiche, warme, sanfte Klang des Marimbaphons in hohem Maße zur Klangverschmelzung mit anderen Instrumenten fähig. Seine Aufgaben sind vor allem harmonischer Natur, was auch seiner tieferen Lage entspricht. Die klangliche Durchsetzungsfähigkeit ist begrenzt.