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  • Scherzo Brillante (Horn)
  • Vienna Horn Variations
  • Adagio and Toccata
  • Blue Danube Waltz - Horn solo
  • Horn meets Brass & Percussion

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Horn in F - Notation

Moderne Notation

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Das Horn ist ein transponierendes Instrument und klingt im Gegensatz zur Trompete in allen Stimmungen tiefer als notiert.

Das moderne Horn wird in F notiert, der Klang liegt sowohl im Bassschlüssel als auch im Violinschlüssel eine Quint tiefer als die Notation.

Klingende Notation

Seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich besonders in den Werken der Wiener Schule (Arnold Schönberg, Alban Berg, Anton v. Webern) und des Serialismus die Praxis durchgesetzt, alle Instrumente klingend zu notieren. Diese Tradition wurde eingeführt, um das Lesen komplexer Partituren zu erleichtern und ist in zahlreichen Partituren des 20. Jahrhunderts zu finden. Darüber hinaus dürften stilistische Entwicklungen, die eine Gleichberechtigung der 12 chromatischen Tonstufen bevorzugten und eine bestimmte Tonart als Zentrum vermieden, dazu geführt haben, alle Instrumente in der Notation einander anzugleichen.

Keine Tonartbezeichnung am Anfang der Partitur

Im Gegensatz zu anderen transponierenden Instrumenten wie z. B den Klarinetten wurde die Hornstimme – gleich wie die Trompeten und die Pauken – immer ohne Tonartvorzeichnung notiert, eine Tradition, die sich seit der Frühzeit des Orchesters bis heute erhalten hat. Die äußerst seltenen Vorzeichen wurden in den Notentext notiert.

Eine Besonderheit in der Notation der Hornstimme besteht darin, dass offene und gestopfte Töne mit folgenden Zeichen notiert werden: o = offen, + = gestopft.

Der guten Verschmelzungsfähigkeit des Hornklangs mit den Holzbläsern verdankt die Hornstimme ihren Platz in der Partitur: sie wird direkt unterhalb der Holzbläsergruppe notiert, ein Platz, den eigentlich die Trompete als Sopraninstrument der Blechbläsergruppe einnehmen müsste.

Ältere Notation

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In zahlreichen Partituren des 19. Jahrhunderts lag der Klang der Hornstimme, die bei tiefen Tönen im Bassschlüssel notiert war, um eine Quart höher als die Notation. Diese ältere Notationsart – man nannte sie hoher Bassschlüssel – ist heute nicht mehr üblich. In Neuausgaben älterer Partituren wird die Hornstimme in der Regel umgeschrieben, so dass das Horn in F immer eine Quint tiefer klingt.

Den Spielmöglichkeiten des Naturhorns entsprechend konnten die Töne aus einer einzigen Naturtonreihe gewählt werden. Andere Tonhöhen kamen praktisch sehr selten vor, da sie nur durch Stopfen erzeugt werden konnten, was eine deutliche Veränderung der Klangfarbe bewirkte. Die jeweilige Hornstimmung wurde in der Partitur angegeben, die Notation erfolgte dann in C. Folglich entsprach der größte Teil der notierten Hornstimme der Naturtonreihe auf C. Vorzeichen kamen nur selten vor und wurden in den Notentext notiert.

In der klassischen Symphonik wurde das Horn in Dur-Stücken in der Regel zweifach besetzt (1 Paar), in Mollstücken aus harmonischen Gründen vierfach (2 Paare), da sich der Seitengedanke in der parallelen Durtonart nur auf diese Weise realisieren ließ.

Klassische Sonatenformen sind an sich aus zwei „Themen“ oder „Subjekten“ zusammengesetzt, die man sich wie zwei mehr oder weniger aktive Personen vorstellen könnte. Das erste „Thema“ steht natürlich immer in der Grundtonart (Tonika), das zweite in der nächst verwandten, nämlich eine Quint höher, in der Dominante. Dies gilt für Stücke, die in Dur stehen. In Mollstücken steht das zweite Thema eine Terz höher, also in der parallelen Durtonart. Da in Moll die Dominante wegen des Leittons in Dur steht, entsteht ein „chromatischer Konflikt“, der nur mit zwei verschieden gestimmten Naturhörnern oder Hornpaaren gelöst werden konnte. Eine Hauptaufgabe des Horns war es ja, alle harmonisch relevanten Töne zu unterstützen (Siehe z.B W.A. Mozart, Symphonie in g-Moll K.V.550).

Im Laufe der Zeit etablierten sich zwei verschieden gestimmte Hornpaare als Standardbesetzung, womit sich die harmonischen Möglichkeiten des Horns – z.B. in Modulationen – erweiterten.

Für heutige Aufführungen des klassisch-romantischen Repertoires entsprechen 4 Hörner dem Standard und werden paarweise notiert: Das 1. und das 3. Horn spielen den hohen Part, das 2. und das 4. Horn den tiefen. Es haben sich zwei Arten etabliert, die Hornstimmen zusammenzufassen.

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1. Die hohen (1 + 3) und tiefen (2 + 4) Hörner sind ineinandergreifend notiert (z.B. bei Bruckner, Brahms u. Wagner).

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2. Die hohen (1. + 3.) und die tiefen (2. + 4.) Hörner sind jeweils im selben Liniensystemen notiert. Gustav Mahler z.B. notiert häufig so. Insbesondere bei 6 oder 8 Hörnern ist diese Notationsart günstiger.

Auf welche Art die Hörner zusammengefasst werden, hängt nicht zuletzt vom Kontext ab.

Der/die moderne HornistIn muss also folgende Fragen klären, bevor er/sie zu spielen beginnt:

  • Ist seine Stimme für ein F-Horn notiert?
  • Ist seine Stimme im modernen oder im alten hohen Basschlüssel notiert?
  • Entspricht die Stimmung des ausführenden Instruments (in der heutigen Praxis ein Horn in F) der Stimmung in der notierten Stimme? (wenn nicht, muss der Hornist entsprechend transponieren. Soll z.B. eine Stimme für ein Horn in E auf einem Horn in F gespielt werden, muss der Hornist nach F transponieren. Soll eine in F notierte Stimme auf einem – heute eher seltenen – Horn in B gespielt werden, ist ebenfalls zu transponieren.)