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Plattenglocken
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Plattenglocken - Geschichte

Glocken im Orchester

Im 18. Jahrhundert war der Einsatz von Glocken im Orchester äußerst selten. Zum ersten Mal sollen Glocken von J. S. Bach verwendet worden sein. Vor allem in dramatischen Kontexten in der Oper wurde der Glockenklang immer wieder gebraucht. Da die Verwendung von Kirchenglocken jedoch wegen der Größe und des Gewichts nicht in Frage kommen konnte, hat man Ersatzinstrumente gebaut. Eine Glocke mit dem Ton C wiegt 20 Tonnen. In einigen großen Theatern war ein Satz von Kirchenglocken fest installiert wie z.B. im Moskauer Bolschoi Theater, in der Grand Operà in Paris und in der Dresdner Oper.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts hat es zahlreiche Versuche gegeben, den Glockenklang durch leichter handhabbare Ersatzinstrumente für das Opern- und Symphonieorchester nutzbar zu machen. Erfolgreich waren die Versuche, den Klang mittels Objekten aus verschiedenen Metallen nachzuahmen, wobei mit schwingenden Platten, Stäben, Scheiben, Gefäßen experimentiert wurde. Auch lange, dick umwickelte und mit Resonator verstärkte Klaviersaiten kamen zum Einsatz. Bayreuth (für Richard Wagners „Parzival“) und Covent Garden waren Zentren dieser Versuche.

Ziel dieser Versuche war die Integration von zwei Aspekten: einerseits wollte man den obertonreichen Glockenklang möglichst originalgetreu nachahmen, andererseits einen Klang bestimmter Tonhöhe erreichen.

Plattenglocken

Die Chinesen kannten bereits vor 4000 Jahren Glocken im Orchester. Auch Klangplatten aus Metall stammen aus Asien, wo sie seit vielen Jahrhunderten als Musikinstrument auch heute noch von größter Bedeutung sind. Im europäischen Raum kamen klingende Metallplattenglocken seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zuerst im Theater zum Einsatz. Später wurden sie als Plattenglocken im Opern- und Symphonieorchester als Ersatz für große Glocken verwendet.

Im 20. Jahrhundert hat man ganze Sätze von chromatisch gestimmten Platten zu Plattenglockenspielen zusammengestellt. Für Pierre Boulez’ Mallarmé-Vertonung „Pli selon pli“ (1962) wurde ein Plattenglockenspiel von zwei Oktaven Umfang gebaut (C–c1). Heute sind Plattenglocken über einen Umfang von drei Oktaven erhältlich (C–c2). Die klanglich besten, aber auch schwersten und teuersten sind aus Bronze.