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Kleine Trommel
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Kleine Trommel - Tonerzeugung

Anschlag

Die Kleine Trommel wird mit zwei Trommelstöcken angeschlagen, die der Spieler in der linken und rechten Hand hält. Im Gegensatz zur Pauke erzeugt das Anschlagen des Fells bei der Trommel keine bestimmbare oder eine nur schwer bestimmbare Tonhöhe.

Die unbestimmte Tonhöhe der Trommeln liegt in ihrer Bauweise begründet. Der Korpus (die Zarge) der Trommel ist auf beiden Seiten mit Fellen bespannt: Die beim Anschlagen des Schlagfells erzeugten Schwingungen werden durch die Resonanzwirkung der Zarge und der Luft im Inneren des Korpus verstärkt. Sie versetzen das Resonanzfell in Vibration, das einerseits auf das Schlagfell zurückwirkt und andererseits nach Außen wirkt. Der Klang ist reich an sehr eng beieinander liegenden unharmonischen Teiltönen, was einen extrem geräuschhaften Klangeindruck ergibt. Schlag- und Resonanzfell schwingen aufgrund der unterschiedlich starken Fellspannung und Felldicke nicht synchron und tragen so zum Verschwimmen der Tonhöhe bei.

Der Schlagfleck – die Anschlagstelle, die den besten Klang ergibt – liegt etwa in der Mitte des Fells (im Gegensatz zur Pauke, wo er etwa eine Handbreit vom Rand entfernt ist). Je näher er zum Rand [rim] hin verlagert wird, desto leiser klingt die Kleine Trommel und die Grundstimmung der Trommel ist immer weniger hörbar – die Höhen dominieren. Dementsprechend wird sie auch für Decrescendo- und Piano-Effekte etwas weiter zum Rand hin angeschlagen.

Nachklang und Resonanz sind bei der Kleinen Trommel im Vergleich zur Großen Trommel aufgrund ihrer kleinen Maße sehr reduziert. Ihr Klang ist durch den kleinen Resonanzraum relativ hoch und bewegt sich etwa in der eingestrichenen Oktave. Durch die harten Trommelstöcke wird ein besonders heller Klang erzielt.

Schlägelhaltung

Traditional grip

Traditionelle Spielhaltung, die sich im Mittelalter entwickelte, als die Trommel beim Marschieren schräg an der linken Hüfte des Trommlers auflag und seitlich angeschlagen wurde:

Die rechte Hand hält den Trommelstock wie ein Paukenschlägel und macht eine vertikale Schlagbewegung. Die linke Hand macht eine Drehbewegung, der Trommelstock liegt in der Senke zwischen Daumen und Zeigefinger sowie am umgebogenen Ring- und kleinen Finger auf, die Kuppe des Mittelfingers stabilisiert den Trommelstock auf dem Ringfinger.

Matched grip

Die Trommel wird heute meist auf einem Trommelständer platziert und nur selten, z.B. bei (Militär-) Paraden, seitlich von der Schulter des Spielers hängend gespielt. Dadurch hat die traditionelle Spielhaltung zweifellos an Zweckmäßigkeit eingebüßt. Viele Trommler bevorzugen daher den sogenannten matched grip, bei dem beide Trommelstöcke wie Paukenschlägel gehalten werden.

Schnarrsaiten

In der Regel wird die Kleine Trommel mit gespannten Schnarrsaiten gespielt. Diese tragen wesentlich zum charakteristischen Trommelklang bei: Das Resonanzfell schwingt gegen die straff anliegenden Schnarrsaiten und versetzt auch diese in Vibration, was in einem metallisch-hellen zischenden bis rasselnden Klang resultiert, der für das Ohr etwa eine Oktave höher klingt als ohne Saiten.

Schwach gespannte Saiten schwingen stärker mit als straff gespannte. Ebenso wird das Mitschwingen der Schnarrsaiten stärker, je weiter der Schlagfleck zum Rand hin verlegt wird.

Spielhaltung

Im Orchester wird die Kleine Trommel auf einem Trommelständer platziert und vom Spieler wahlweise im Stehen oder Sitzen gespielt.