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Kontrabass - Kurzportrait

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Kontrabass
Englisch: Double-bass
Französisch: Contrebasse
Italienisch: Contrabbasso

Der Kontrabass ist das Kontrabassinstrument der Streicher und zählt im strengen Sinn nicht zur Violinfamilie (Violine, Viola, Violoncello).
Im Deutschen wird seit jeher auch die Bezeichnung Bassgeige verwendet.

Der Kontrabass unterscheidet sich in einigen Teilen von den Instrumenten der Violinfamilie. In seiner heutigen Bauweise stellt er eine Mischform dar, die Teile der Gamben- und der Violinfamilie verbindet. Von der Gambe blieben die abfallenden Schultern, der meist relativ flache Boden, die Saitenstimmung in Quarten (bei älteren Instrumenten die Bünde und die Saitenanzahl von 5–6). Von der Violinfamilie wurden die F-Löcher, die Schnecke, oft der gewölbte Boden sowie die Zargenecken übernommen. Im Korpusinneren verstärkt ein breiter Querbalken den Stimmstock. Der historische und bautechnische Ursprung des Kontrabasses liegt in der Gamben-Familie, im Laufe der Entwicklung fand eine Annäherung an die Violinfamilie statt.

Die im Verhältnis zu den höheren Streichinstrumenten sehr hohen Zargen sind aus Gründen der Resonanz nötig und geben dem Kontrabass etwas Kastenförmiges. Nicht umsonst nennen Jazzmusiker den Kontrabass liebevoll „dog-house“ (Hundehütte). Gegen den Hals zu werden die Zargen flacher, um den SpielerInnen einen freien Zugang zu den höheren Lagen des Griffbrettes zu gestatten.

Beim Solospiel werden dünnere Saiten verwendet, die einen Ganzton höher gestimmt werden, um einen helleren Klang zu erreichen (Scordatura).

Der Bogen ist kürzer und dicker als der Violoncellobogen. Als Bogenbespannung werden Rosshaare verwendet, Kolophonium (Harz) dient zur Steigerung der Haftkraft. Zwei verschiedene Arten von Bogen werden verwendet: Der französische Bogen – dem Violoncellobogen ähnlich, aber kürzer und dicker –, der im Obergriff gespielt wird (der Handrücken weist in Richtung des Zuhörers). Der deutsche Bogen – schlanker, mit dünnerer Haarsträne und breiterem Frosch –, der im Untergriff gespielt wird (der Daumen weist nach oben).

Die Spielhaltung wird eher von individuellen Vorlieben bestimmt als von der Größe des Instruments: manche Solisten spielen im Stehen, während andere lieber auf einem Hocker sitzend spielen. Die Frage nach dem Warum, ob „stehend“ oder „sitzend“, ist philosophischer Natur (-;

Scordatur

Die Veränderung der normalen Stimmung auf Saiteninstrumenten (Violinen, Gitarren, …). Vom Italienischen scordatura von discordare = verstimmen.

Scordaturen wurden seit jeher von Komponisten vorgeschrieben, um folgende Effekte zu erzielen: Die Erleichterung der Griffweise für bestimmte Tonarten, eine Veränderung der Klangfarbe. Die wichtigste Regel für eine Scordatur ist, die Saite so zu stimmen, dass möglichst viele leere Saiten in der Haupttonart des betreffenden Stückes als Tonhöhen vorkommen. Trifft dies zu, ist eine Aufhellung der Gesamtklangfarbe zu erwarten. Kommen möglichst wenige leere Saiten vor, wird die Klangfarbe eingetrübt oder verdunkelt. Auch dieser Effekt kann erwünscht sein.

Klassifikation
Chordophon, Halsstiellaute, Streichinstrument, Kontrabassinstrument der Streicher.

Kopf
Schnecke, Wirbelkasten mit Wirbelmechanik. Hinterständige Wirbel

Hals
Material: Ahorn; Griffbrett ohne Bünde aus Ebenholz.

Korpus
Länge: 100–140 cm, kastenförmig. Decke mit f-förmigen Schalllöchern, Boden, Zargenhöhe 23 cm (doppelt so hoch wie beim Violoncello).

Saiten
Länge der schwingenden Saiten: 95–115 cm. 4 Saiten in Quarten gestimmt: E1, A1, D, G. Material: Darm, Kupfer, Silber, Aluminium, Stahl, stahlumsponnener Nylon. 5-Saiter: H2 (C1), E1 , A1 , D, G.

Stachel
Stahl

Gesamtlänge
Etwa 180 – 200 cm

Bogen
Länge: 68–70 cm. Bogenstange aus Pernambukholz, Spitze, verstellbarer Frosch (Perlmutter). Etwas kürzer und dicker als der Violoncellobogen.