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  • Mirror Maze - Cymbals

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Becken
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Hängebecken - Geschichte

Antike

Der Name Cymbel (auch Cimbel oder Zymbel) kommt vom Lateinischen cymbalum (Plural cymbala, also das Beckenpaar) bzw. vom Griechischen kýmbalon.

Die Becken sind asiatischen Ursprungs und gehören zu den ältesten Schlaginstrumenten. Sie standen stets im Zusammenhang mit kultischen und religiösen Riten (z.B. Begräbnisriten), wurden aber auch als Instrumente zur Tanzbegleitung verwendet – Tänzerinnen legten sich die an einer Schnur aufgefädelten Becken um den Hals und schlugen sie zur Musik an. Die Spieltechniken der Becken, die ausschließlich paarweise verwendet wurden, umfassten Einzelschläge, Strisciatti (Gegeneinanderreiben der Becken) und Wirbel.

Schon im Altertum waren Becken in vielen verschiedenen Ausprägungen bekannt:

  • als großes Becken-Paar, das ungefähr der heutigen Bauweise entspricht.
  • als kleine Becken der Tänzerinnen, die wie Kastagnetten gehandhabt wurden (Fingerzimbeln).
  • als Becken mit leicht aufgebogenem Rand und dosenförmiger Kuppe (Chinesisches Becken).)
  • als zwei Halbkugeln mit Handschlaufen aus Leder oder Handgriffen.

Vom Orient nach Europa

Die Becken wurden im Mittelalter durch die Sarazenen zunächst in Spanien und Süditalien eingeführt, gerieten in Europa aber ab Anfang des letzten Jahrtausends wieder in Vergessenheit, da offenbar die Kunst des Hämmerns verloren gegangen war. Jedoch sind die Becken bis etwa ins 15. Jahrhundert noch in mittelalterlichen Miniaturmalereien zu finden.

Erst im 17. Jahrhundert wurden die Becken im Gefolge der Türkenkriege erneut nach Europa gebracht (die Türkei war schon immer für ihre hohe Kunstfertigkeit bei der Herstellung von Becken bekannt). Die von türkischen Militärkapellen verbreitete Musik, die Janitscharenmusik, zeichnete sich durch charakteristische Lärm- und Rhythmusinstrumente aus: große und kleine Trommel, Becken, Triangel, Tamburin, Schellenbaum. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts fand Die Janitscharenmusik Nachahmung in der europäischen Militärmusik. Seither ist auch der Name Becken in Verwendung, da die Instrumente an die Form eines Beckens erinnern.

Türkisches Becken

Bald fanden die türkischen Becken Verwendung im Opernorchester – wenn auch noch sehr selten. Christoph Willibald Gluck verwendete sie in seiner Oper „Iphigenie auf Tauris“ (1779) im Scythenchor des 1. Aktes (Becken, Triangel, kleine Trommel). Das berühmteste Beispiel für eine frühe Verwendung der Becken ist wohl Wofgang Amadeus Mozarts 1782 entstandene Türkenoper „Die Entführung aus dem Serail“ (Becken, Triangel, große Trommel).

Ihren Stammplatz bei den Schlaginstrumenten im Orchester erlangten die Becken ab dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts. Sie wurden von Ludwig van Beethoven (in seiner 9. Symphonie), Hector Berlioz („Carmen“), Franz Liszt, Richard Wagner und anderen sehr wirkungsvoll eingesetzt.

Die Hängebecken wurden im Verlauf des 19. Jahrhundert im Orchester durch ihre Fähigkeiten der klanglichen und dynamischen Nuancierung immer populärer. Ursprünglich wurde einfach ein Becken des Beckenpaares an einem Pulthaken aufgehängt, jedoch wird dies aus klanglichen Gründen heute nicht mehr gemacht. Zudem sind qualitativ hochwertige Beckenpaare eine Kostbarkeit, die nicht durch Schläge mit Holz- oder anderen Schlägeln geschädigt werden sollte.

Chinesisches Becken

Das chinesische Becken wurde erst im 19. Jahrhundert in der Marschmusik durch seinen Klang populär. Es wurde wie ein Beckenpaar gegeneinander geschlagen. Im Orchester wird das Instrument nur äußerst selten benutzt. Ab dem 20. Jahrhundert fand das chinesische Becken vor allem in der Jazz- / Rock- / Pop-Musik seine Verwendung – es wird aber auch in der modernen Kammer- und Orchestermusik gelegentlich verwendet.