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  • Czardas (Trombone)
  • Divertimento Nr. 2 (Posaune)
  • Aequale für 3 Posaunen

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Tenorposaune - Geschichte

Die Posaunen- und Trompeteninstrumente stammen von der mittelalterlichen busine ab, einem Blechblasinstrument, das sich ab dem 11. Jh. von Süditalien aus verbreitete und zwei Hauptausprägungen kannte: Die erste bestand aus einem Rohr, das sich konisch (kontinuierlich) erweiterte und direkt in einen tiefen Schalltrichter überging, wobei das Rohr nach Vorbild des Tierhorns gebogen war und mit zunehmender Länge in Schneckenform übergehen konnte. Dieses Instrument ist das Stamminstrument der Wald- und Bügelhörner (Tuba). Die zweite bestand aus einem langen zylindrischen (gleichbleibenden) Rohr, dem ein weit ausladender flacher Schalltrichter aufgesetzt war. Daraus entwickelten sich die Trompeten und Posaunen.

15. Jahrhundert – Geburt der Posaune

Die Geburtsstätte der modernen Posaune ist Burgund, wo Mitte des 15. Jahrhunderts die Bemühungen, die Zuglängen der S-förmigen Zugtrompete zu verkürzen, in der Erfindung des U-förmigen Zuges gipfelten, dessen Funktionsweise in seiner Einfachheit bis heute gleichgeblieben ist: Durch das Verschieben des aus zwei parallelen Röhren bestehenden Zuges verlängerte sich die Gesamtlänge des Rohres mit jeder Zugbewegung um das Doppelte, d.h. die Zuglängen zwischen den Positionen halbierten sich. Dadurch wurde nicht nur die Möglichkeit geschaffen, gleich schnell zu spielen wie auf der Trompete, sondern auch die Tenor- und Basslage zu erreichen. Innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten verbreitete sich die Posaune im europäischen Raum und gehörte zusammen mit Pommer, Schalmei (Rohrblattinstrumente der damaligen Zeit) und Zink zur Standardbesetzung der Hofkapellen um 1500 – zum Beispiel am Hof Maximilians I.

Bereits seit Ende des 15. Jhdts. hatte sich in Nürnberg ein wichtiges Zentrum des Posaunenbaus entwickelt. Ihrer engen Mensur und der nur geringen konischen Erweiterung zum Schalltrichter verdankten diese Instrumente anders als die heutigen einen sehr schlanken Ton, der sich im Posaunenchor zu fürstlicher Prachtentfaltung entwickeln konnte.

Die Barockposaune – zarte Klangverbindungen

Der schlanke Klang, die Beweglichkeit und die Fähigkeit der permanenten Intonationskorrekturen – alles Eigenschaften der menschlichen Stimme – machten die Posaunen im 16. und 17. Jahrhundert zum idealen Begleiter chorischer Musik. Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das bis heute gültige Zugsystem angebracht. In der Folge wurden ganze Instrumentenfamilien gebaut, bestehend aus Sopranposaune in B und C, Altposaune in F und Es, Tenorposaune in B, Bassposaune in F (Quartposaune) und Es (Quintposaune) und Kontrabassposaune (Oktavposaune) in B. Giovanni Gabrieli (1557–1612), der erste Komponist von reinen Instrumentalstücken mit konkreten Angaben zur deren Instrumentation, schreibt in seinen "Symphoniae Sacrae" die Posaunenfamilie vor. Auch bei Heinrich Schütz (1585–1672) und in J. S. Bachs Kantaten sind 4-stimmige Posaunensätze zu finden, teils mit den Chorstimmen geführt (colla parte), teils kontrastierend dazu.

Die Barock-Posaune hatte eine andere Tonqualität als die heutige: die engere Mensur ergab einen dünneren Ton; die engere Stürze förderte die Abstrahlung der höheren Teiltöne, die dickeren Blechwände des Rohres verhinderten einen schmetternd-scharfen Klang. Entsprechend dem Klangideal waren die Aufgaben dieser Instrumente, sich mit den Stimmen, den Holzbläsern oder den Streichern zu verbinden: so wurde die Bassposaune zusammen mit Violine und Cello oder mit Viola und Altposaune eingesetzt. Posaunen spielten auch den cantus firmus oder den basso continuo in einem Bläsersatz mit Trompeten oder Kornetts.

Obertöne

Teiltöne, die in einem ganzzahligen Schwingungsverhältnis zueinander stehen (1:2:3:4:5:6 …), werden Obertöne oder harmonische Teiltöne genannt. Die Zählung der Obertöne unterscheidet sich von der Zählung der Teiltöne insofern, als der tiefste Ton als Grundton nicht gezählt wird (Grundton = 1. Teilton, 1. Oberton = 2. Teilton, 2. Oberton = 3. Teilton usw.). Während der Grundton als Tonhöhe gehört wird, verschwimmen die Obertöne zur Klangfarbe. Heute ist die Zählung nach Teiltönen üblich, da sie den Schwingungsverhältnissen entspricht.

Werden Obertöne hintereinander aufgereiht, so erhält man die Obertonreihe. Die Obertöne werden auch „Harmonische“ genannt. Das Schwingungsverhältnis der Teiltöne zueinander wird wie immer beim Schall von tief nach hoch bestimmt.

Die Zahlenzusammenhänge zwischen den harmonischen Teiltönen (Obertönen) wurden bereits von Pythagoras (um 500 v. Chr.) entdeckt. Im geschichtlichen Verlauf wurden sie zur mathematischen Grundlage der abendländischen Intervalllehre.

Barockposaune

Barockposaune, Meinl & Lauber, Geretsried, Deutschland, 1972. Kopie einer Posaune von S. Hainlein (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Klassik und Romantik – Etablierung des 3-stimmigen Posaunensatzes

Tenorposaune

Tenorposaune, versilberter Zugteil: Amerika, Ende 19. Jhd., Drachenkopf-Schalltrichter aus Messing: Frankreich, ca. 1820/30 (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde die Sopranposaune als Melodieinstrument durch den Zink und die Trompete ersetzt – noch Mozart (1756–1791) schreibt in seiner Messe c-Moll KV 427 (1783) die Sopranposaune vor –, während sie im 19. Jahrhundert in der Orchestermusik nicht mehr vorkommt. Die Altposaune blieb bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in Verwendung und bildete das charakteristische Posaunentrio – Alt, Tenor, Bass –, das auch dann als Norm im romantischen Orchester erhalten blieb, als die Stimme der Altposaune von der Tenorposaune ersetzt wurde.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die Bedeutung der Posaune zu ändern, nachdem sie, außer in der Kirchenmusik, wo sie auch solistisch eingesetzt worden war, fast ein Jahrhundert lang eine eher bescheidene Rolle gespielt hatte – getragene Tonfolgen, Akkorde, Haltetöne, colla-parte-Führung mit den Singstimmen.

Die Entwicklung des Ventilsystems zu Beginn des 19. Jahrhunderts ermöglichte die Vollchromatisierung der Trompeten und Hörner und führte in Folge zu einer Aufwertung der Blechblasinstrumente gegenüber den Streichinstrumenten im Orchester. Die neuen Aufgaben der Blechblasinstrumente erhöhten auch die spieltechnischen Anforderungen der Posaune. Die Erweiterung der Mensur sowie der Stürze gaben der Posaune einen massiveren und metallischen Klang, wodurch sie zum Partnerinstrument der Trompete wurde, während sich das Horn mit seinem weichen Klang immer mehr mit den Holzblasinstrumenten verband.

Die vor allem wegen ihrer Beweglichkeit gebauten Ventilposaunen verbreiteten sich ab 1830 vor allem in Italien und in deutschen Militärkapellen. Obwohl einige technisch äußerst anspruchsvolle Stellen in den Opern Verdis für die Ventilposaune geschrieben wurden, hat sie nur begrenzte Bedeutung erlangt, da ihr das typische Einschleifen des Tones der Zugposaune fehlte.

Im Symphonie- und Opernorchester des 19. Jahrhunderts bildete der dreistimmige Posaunensatz, meist 2 Tenor- und eine Tenorbassposaune, die Standardbesetzung. Oft wurde diese durch ein viertes Instrument erweitert, dessen Aufgabe die Bassverstärkung im Unisono, die Oktavierung der Bassstimme oder die alleinige Ausführung des Basses war. Die Tatsache, dass sich im Lauf des 19. Jahrhunderts mehrere Instrumente diese Rolle teilten, ohne dass eine befriedigende Lösung erreicht wurde, legt eine instrumentationstechnische Problematik offen, die in Instrumentationslehren oft thematisiert wurde: Die Ophikleide (ein Bügelhorn mit Klappen) als Bassinstrument des Posaunensatzes hatte einen groben und unpräzisen Klang und wurde später in ihrer Funktion von der Tuba abgelöst, der aber ein anderer Klangcharakter eigen ist als den Posaunen. Die später gebaute Kontrabassposaune stellte eine Lösung dar.

Ventilposaune

Ventilposaune in B, F. Besson, London (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Im 19. Jahrhundert erfüllen die Posaunen etwa folgende Aufgaben im Orchester: harmonisch-akkordische Grundierung, Melodieführung in Kombination mit anderen Instrumenten und solistisch, Ausführung der Bassstimme gemeinsam mit den Kontrabässen, Unterstützung der Singstimmen, Klangmassierung. Auch als Soloinstrument gewann die Posaune an Bedeutung (Rimski-Korsakow: „Konzert für Posaune und Blasorchester“).

20. Jahrhundert – Vielfalt der Spieltechniken

Wurde im 20. Jahrhundert einerseits der vierstimmige Posaunensatz in der Orchesterpraxis beibehalten, wurden andererseits die Spieltechniken erheblich erweitert: Vibrato, Glissando, Tripel- und Flatterzunge. Dank ihrer flexiblen Natur spielte die Posaune bald als Soloinstrument im Jazz eine hervorragende Rolle. Leicht ließ sich auf ihr die dem Jazz gemäße Tongebung erzeugen.

Im Verlauf ihrer Geschichte hat die Posaune eine Erweiterung ihres Kontextes und ihrer stilistischen Möglichkeiten erfahren. Heute ist sie an keine stilistischen Grenzen gebunden.