AUDIO
  • Theme and 11 Fantasy Variations (Trombone)
  • Black Swan Waltz
  • Czardas (Trombone)
  • Divertimento Nr. 2 (Posaune)
  • Aequale für 3 Posaunen

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Tenorposaune - Symbolik

Tenorposaune, Detail

Tenorposaune (Detail), versilberter Zugteil: Amerika, Ende 19. Jhd., Drachenkopf-Schalltrichter aus Messing: Frankreich, ca. 1820/30 (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Die Posaune als jenes Instrument, das am "Jüngsten Tag" erklingt – eigentlich erklingt eine "tuba" (Röhre) –, ist spätestens seit der Luther-Übersetzung der Bibel ein Topos in der Musikgeschichte. Die Posaune ist gleichzeitig als Symbol für das Jenseitige, das Übernatürliche, die Hölle, die Unterwelt zu sehen. Ihrem gewaltigen Klang wird die Macht zugeschrieben, die Schrecken und unbekannten Dimensionen dieser dunklen Welten im Zuhörer wachzurufen. Vor allem in Requiem-Kompositionen (Mozart, Berlioz, …) haben die oft vielfach besetzten Posaunen beim "Dies irae" und "Tuba mirum" die Aufgabe, die Furcht beim Übergang in die jenseitige Welt vor Augen zu führen. Es handelt sich somit um ein religiöses Symbol. In der Opernmusik ist die Posaune mit derselben Klangsymbolik seit Monteverdi vertreten (Weber Freischütz).

Mit der Erweiterung der Spielweisen im 20. Jahrhundert, die zum Teil vom Jazz inspiriert waren, drang die Posaune als Bedeutungsträgerin in neue, sehr diesseitsbezogene Welten vor. Neue Klangeffekte wie Glissando, Flatterzunge und der Einsatz diverser Dämpfer stellen ein Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung, das narrativ-solistische bis karikierend-überzeichnende Züge annehmen kann. Diese Seite der Posaune wird in Werken neueren Datums weiterentwickelt.