AUDIO
  • Sinfonie Nr. 3 - Scherzo
  • The Perpetrator - Timpani

Open External Player

Pauken
ist enthalten in den Produkten:


Pauke - Bauweise

Der Kessel

Der größte Teil der Pauke ist der kegelförmige Kessel, der aus Kupferblech hergestellt wird. Kessel reichen von etwa halbkugeligen bis trichterförmigen Körpern, die Bauart richtet sich nach Epoche, Größe und akustischen Erfordernissen – große Pauken haben einen tieferen Kessel. Der Kessel ist der Resonanzkörper.

Das obere offene Kesselende wird von einem Kalbs- oder Ziegenfell bedeckt, das auf einem Spannreifen aufgespannt ist. Durch einen Zugring wird der Spannreifen mit dem Kessel verbunden, durch einen Mechanismus aus Schrauben kann die Fellspannung verändert werden, indem der Zugring gegen das Fell gedrückt wird. Der Kessel hat auf der Unterseite eine kleine Öffnung, die nicht der Schallabstrahlung dient, sondern dem Ausgleich des Luftdrucks im Inneren des Kessels. Ein geschlossener Kessel würde das freie Nachschwingen des Fells nach dem Anschlag stören.

Der Kessel wird von einem Eisengestell gehalten, das auf einer schweren Fußkonsole aus Metall steht. Die Eisenstangen berühren den Kessel nicht, um seine Schwingungen nicht abzudämpfen.

Fell

Der empfindlichste Teil der Pauke ist das Fell, ein gleichmäßiges Kalbsfell, das bei der Herstellung mit Schaber oder Bimsstein geglättet wurde. Von größter Wichtigkeit für die Tonreinheit ist das absolut gleichmäßige Aufspannen des Fells, das sehr stark auf klimatische Veränderungen reagiert. Im Rahmen eines Konzertes oder einer Opernaufführung ist eine mehrmalige Kontrolle der Grundstimmung notwendig, da die durch das Publikum veränderte Temperatur und Luftfeuchtigkeit schnell auf das Fell – und somit auf die Stimmung – einwirkt: größere Luftfeuchtigkeit vermindert die Spannung des Fells. Kunststofffelle, seit Mitte des 20. Jahrhunderts auch in Verwendung, haben den Vorteil, auf klimatische Veränderungen nicht zu reagieren.

Stimmpedal

Moderne Pauken werden mittels eines Stimmpedals gestimmt, das über Zugstangen, die außerhalb des Kessels verlaufen (seltener innen), auf den Zugring wirkt. Durch Pedaldruck wird die Spannung des Fells erhöht, was eine Tonerhöhung bewirkt. Auf diese Weise ist es möglich, die Tonhöhe einer Pauke bis zu einer Sext zu verändern. Die beste Tonqualität liegt jedoch in der Mitte des möglichen Tonumfangs. Zur gröberen Kontrolle des Stimmvorgangs befindet sich am Rand ein Stimmungsanzeiger mit einer Tonhöhenskala. Zur Feinstimmung, die mittels einer Kurbel, der sogenannten Hauptstimmspindel, geschieht, müssen sich die PaukistInnen auf das eigene, außergewöhnlich gute, Gehör verlassen.