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Trompete in C - Geschichte 2 – Klassik bis Moderne

Trompete der Klassik – zurückhaltender Einsatz und Chromatisierungsversuche

Mitte des 18. Jahrhunderts kam die Klarinette im Orchester auf, die in ihren Anfängen einen so harten und kräftigen, trompetenartigen Ton besaß, dass sie das Clarino verdrängte. Daher der Name Clarinette, d.h. kleines Clarino. Damit fand die Zeit des Clarinblasens ihr Ende. Der Musikgeschmack der Frühklassik forderte weniger pompöse Virtuosität und favorisierte den zarteren Klang von Violinen in Kombination mit den Holzbläsern. Das Trompetenkonzert kam völlig aus der Mode.

Im klassischen Stil Haydns, Mozarts und Beethovens wurde die Trompete weiterhin hauptsächlich paarweise und zusammen mit den Pauken eingesetzt. Ihre Funktion in sinfonischen Werken wurde auf die eines Tutti-Instrumentes eingeschränkt. Sie wurde zur Ausführung von Halte- und Markierungstönen herangezogen, mit der Sonderaufgabe, die Klangwirkung an bestimmten Stellen zu steigern (z.B. Fanfaren oder fanfarenartige Akkorde).

Halbmondtrompete in F

„Halbmond“-Trompete in F, John Webb, London 1989 (Reproduktion, Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Klappentrompete in G

Klappentrompete in G, Meinl & Lauber, Geretsried, Deutschland, 1968. Reproduktion eines Originals, das von A. Doke in Linz hergestellt wurde (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Im Zuge der Versuche, den Tonvorrat der Naturtrompete zu vergrößern, um sie insbesondere im mittleren Register und in der Tiefe melodisch einsetzen zu können (in der Höhe lagen die Naturtöne ja so eng beieinander, dass sie eine Art Tonleiter bildeten), wurde um 1770 die beim Horn angewandte Technik des Stopfens auf die Trompete übertragen. Dafür wurde die Trompete entweder so gebogen, dass die Hand in den Schalltrichter eingeführt werden konnte, oder halbmondförmig (frz. trompette-demilune). Neben der Stopftrompete war auch die sog. Inventionstrompete  in Gebrauch, eine Stopftrompete mit einem Stimmzug in U-Form. In England entwickelte der Trompeter John Hyde eine Zug-Trompete, die Slide Trumpet, die wie die Posaune einen U-förmigen, jedoch nach oben ausziehbaren Zug hatte. Die später verbesserte Slide Trumpet wurde während des ganzen 19. Jahrhunderts in England gespielt. 1790 konstruierte der österreichische Trompeter Anton Weidinger eine Klappentrompete (keyed trumpet), für die Haydn und Hummel ihre Konzerte schrieben.

Diese Klappentrompete besaß drei Klappen, die im Ruhezustand des Instrumentes geschlossen waren. Durch Öffnen der Klappen erhöhte sich der Ton nacheinander um ½ Ton, 1 Ganzton und 1 ½ Töne. Durch diese Technik konnte die Lücke zwischen zweitem und drittem Naturton gefüllt werden. In Folge wurden Instrumente mit 4 Klappen (Erhöhung um eine große Terz) und mehr entwickelt.

Romantik – die Ventiltrompete setzt sich durch

Eine vollchromatische Tonskala erhielt die Trompete 1820, als sie erstmals mit Ventilen versehen wurde. Die Ventiltrompete wurde rasch in die Militärmusik und auch in die Unterhaltungsmusik aufgenommen. Im Orchester begegnete man ihr anfangs sehr skeptisch, zumal der Klang der ersten Ventiltrompeten bei weitem nicht so homogen und voll wie der Klang der Naturtrompete war, aufgrund ihrer Vorteile setzte sie sich jedoch bald durch. Im Orchester mussten sie sich außerdem erst gegen das leichter zu blasende Kornett behaupten, das besonders in Frankreich und in den USA bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bevorzugt wurde. Die gebräuchlichsten Stimmungen der Ventiltrompeten des 19. Jahrhunderts waren A, B und C sowie die höheren Stimmungen D, Es, E, F, G und As. Diese Ventiltrompeten besaßen ein doppelt so langes Rohr wie die modernen Trompeten, ihr Tonumfang war jedoch kaum größer, da bei den Trompeten in A, B und C die Naturtöne Nr. 1 und 2 nicht ansprachen.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Trend in Richtung ausschließlicher Verwendung von hoch B und hoch C-Trompeten – die heute die gebräuchlichsten Trompeten sind. Die technischen Anforderungen waren so groß geworden, dass die Trompeter zu diesen kürzeren Instrumenten wechselten. Das Rohr der neuen Trompeten war nur mehr halb so lang, was nicht nur den Grundton um eine Oktave erhöhte, sondern auch die Tonansprache erheblich leichter machte. Außerdem wurde die Rohrmensur enger. Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Klangintensität der Trompete: während die langen Trompeten einen äußerst massiven und dominanten Klang hatten, der das ganze Orchester überstrahlte, klingt die moderne Ventiltrompete wesentlich zurückhaltender und eleganter.

Die Funktion der Trompete im Orchester änderte sich mit dem Aufkommen der Ventiltrompete grundlegend, sie wurde nun immer öfter auch mit thematischen Aufgaben betraut. Heute sind die Stimmungen C und B sowie B/A am gebräuchlichsten, daneben die Piccolotrompete in hoch B und sehr selten die Basstrompete in B oder C. In Orchesterwerken werden meist zwischen 2 und 4 Trompeten eingesetzt.

Stölzeltrompete in F

Stölzelventil-Trompete in F (hohe Stimmung), Chas Paice, London. Ventilzüge mit Aufsteckbögen für E, Es, D und C sind vermutlich original (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)