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  • 1. Sinfonie - 2.Satz

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Das erste Live-Konzert einer Symphonie Beethovens mit Vienna Instruments

Am Mittwoch, dem 20. Mai 2009, dirigierte Paul Henry Smith das erste Live-Konzert eines digitalen Orchesters. Die 1. Symphonie von Ludwig v. Beethoven wurde unter Verwendung der Vienna Instruments der Vienna Symphonic Library in der Holy Name Church in Boston aufgeführt.

Dies war die erste Aufführung einer Konzertreihe, bei der alle neun Beethoven-Symphonien live dargeboten werden. Das vom Dirigenten und Komponisten Paul Henry Smith gegründete Fauxharmonic Orchestra ist bestrebt, dem Publikum näherzubringen, dass eine Live-Performance eines digitalen Orchesters genauso bewegend und ausdrucksstark sein kann wie die eines traditionellen akustischen Orchesters. In einem früheren Experiment im Jahr 2008 bezeichnete die New York Times das Fauxharmonic Orchestra als „wahrhaftig beeindruckend.“ In einem anderen Artikel über Smiths Bemühungen verlieh das Wall Street Journal Herbert Tucmandl, dem Gründer der Vienna Symphonic Library, den Ritterschlag, indem sie betonten, dass er „maßgeblich für die Entwicklungen in der computerbasierten Musik verantwortlich ist.“

In die Rohfassung der Symphonie, die Smith vorab in stundenlanger Arbeit erstellt hat, flossen bei der Live-Darbietung die Steuerdaten seiner Bewegungen in Echtzeit ein. Im Zusammenspiel mit Bratsche- and Mezzosopran-Solisten reizte das Fauxharmonic Orchestra die technologischen Möglichkeiten voll aus. Mit den Nintendo Wii Videospiel-Fernbedienungen wurden Tempo, Lautstärke, Balance, Timbre und Helligkeit des Klangs gesteuert – Elemente, die Musiker üblicherweise während ihres Spiels beeinflussen.

Paul Henry Smith hebt hervor, dass „ein digitales Orchester Komponisten die Möglichkeit gibt, ihre Musik im Konzertrahmen aufzuführen, da akustische Orchester sich dieses nicht leisten können. Weiters bietet die Verwendung von digitaler Orchester-Technologie viele Vorteile, die Möglichkeiten von Komponisten und Solisten zu erweitern. Unter dem derzeitigen finanziellen Druck kürzen Orchester Aufführungen von neuer Musik. Im Gegensatz dazu kostet es das Fauxharmonic Orchestra viel weniger, ein neues Werk für ein Orchester vorzubereiten und es mehrmals bzw. an verschiedenen Orten live aufzuführen. Diese Technologie sollte als Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten verstanden werden, nicht als Konkurrenz zur Orchestermusik.“

Paul Henry Smith dirigiert

Paul Henry Smith dirigiert die Vienna Instruments

Zur Programmierung der Werke und ihrer Live-Aufführung verwendet Paul Henry Smith folgendes Equipment:

  • 1 Mac Pro mit zwei 3 GHz Dual-Core Intel Xeon Prozessoren, 8 GB RAM, mit Apple Logic Pro und Vienna Instruments (Streicher, Blechbläser, Perkussion);
  • 1 iMac, unter Verwendung von Vienna Ensemble PRO als Host für die Vienna Instruments Holzbläser
  • Nintendo Wii Balance Board und Wii Remote Wireless Controller
  • OSCulator, um die Bewegungen, die mit den Wii-Controllern gemacht wurden, in MIDI- und Steuerdaten zu übersetzen
  • Bang & Olufsen BeoLab 5 Lautsprecher