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  • Six Studies II - Andante (Tuba)
  • Six Studies VI - Allegro (Tuba)
  • The Tuba Express
  • Tuba Rhapsody

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Basstuba - Geschichte 1 – Barock bis 19. Jahrhundert

Der Name Tuba geht auf das lateinische Wort tuba (Röhre) zurück und bezeichnete in der Antike ein zylindrisches Polsterzungeninstrument (römische Trompete), das vor allem als Signalinstrument diente. Mehr als den Namen, der im Laufe der Zeit für die unterschiedlichsten Instrumententypen Pate stand, hatte das alte Instrument mit der Tuba der Neuzeit allerdings nicht gemein.

Barock und Klassik – entfernte Vorläufer der Tuba

Die Tuba curva, ein Blechblasinstrument, das 1791 in Paris für die Revolutionsfeiern der Französischen Revolution nach römischem Vorbild nachgebaut wurde, gilt als einer der Vorläufer der modernen Tuba. Der sehr starke Klang dieses ventil- und klappenlosen Instrumentes war auf die tiefsten Naturtöne beschränkt.

Ein weiterer entfernter Vorläufer der Tuba ist der im 17. Jahrhundert entwickelte Serpent, ein konisches, ca. 213 cm langes Instrument aus Holz mit 6 Grifflöchern und Kesselmundstück aus Elfenbein oder Horn. Aufgestellt an den Seiten des Chores in französischen und englischen Kirchen unterstützte er den Chor im Vollgesang und verstärkte insbesondere die Männerstimmen. Laut Berichten soll sich sein Klang besser mit den Stimmen vermischt haben als der Klang der Orgel. Berlioz hingegen war der Meinung, dass sich sein Klang nur wenig mit den Chorstimmen mische und nichts für sensible Ohren sei.

Serpent

Serpent in C, vermutlich 1970er Jahre, Christopher Monk, Surrey, England (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Eine Schwäche des Serpent bestand darin, dass sich auf ihm keine genaue Skala spielen ließ, da benachbarte Töne mit ein- und derselben Griffweise erzeugt wurden und die Tonhöhe nur mit der Lippenspannung geändert werden konnte – bis zu einer Quart. Ebenso gab es Probleme in der Variation der Lautstärke.

Im Jahre 1825 war an der Mailänder Scala ein serpentone besetzt, im Italien des 19. Jahrhunderts keine Seltenheit. Die Uraufführung von Händels „Feuerwerksmusik“ (1749), von Mendelssohns Oratorium „Paulus“ (1836) und Wagners „Rienzi“ (1842) erfolgte mit Serpent. Der Serpent war ca. 250 Jahre in Gebrauch, bis in die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts.

Im Symphonieorchester kam der Serpent sehr selten vor, wurde aber bei Oratorienfestivals sehr häufig besetzt.

19. Jahrhundert – das Jahrhundert der Ophikleide

Klappenhorn

Klappenhorn in F aus Silber, E.G. Wright, Boston 1854 (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Ophikleide

Ophikleide in C, J.H. Ebblewhite, London 1850–1854 (Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg, Austria, Sammlung Streitwieser)

Im Jahre 1810 erwarb der Ire Joseph Halliday ein Patent für ein mit Klappen versehenes Bügelhorn, das sogenannte Royal Kent Bugle, ein konisches Instrument mit einem Kupferrohr (125–135 cm lang, Rohrdurchmesser 12–25 mm), mit einer abrupten Erweiterung zu einer 15 cm breiten Stürze und mindestens 6 Klappen.

Dieses sehr agile Instrument kam als starkes Sopraninstrument mit melodischer Funktion in brass bands zum Einsatz, wurde aber selten im Symphonieorchester besetzt (z. B. in Rossinis Oper „Semiramide“, 1823). In Frankreich trug dieses Instrument die Namen trompette cromatique oder bugle à clefs, in Deutschland Klappenhorn. Die Virtuosität dieses Sopraninstrumentes ließ die Entwicklung eines entsprechenden Bassinstruments als notwendig erscheinen: das Jahrhundert der Ophikleide begann.

Die Ophikleide – eine Erfindung des Franzosen Halary – sah aus wie ein Fagott und hatte ein konisches Rohr aus Messing (ca. 274 cm lang, wie bei einem B-Instrument, Rohrdurchmesser 12,5–35,5 mm), das mehrere Seitenlöcher mit Klappen aufwies. Durch die Öffnung der Löcher wurde die schwingende Luftsäule verkürzt, was eine Tonerhöhung bewirkte, nach demselben Prinzip wie bei den Holzbläsern. Von jedem auf diese Weise erreichten Grundton konnten einige Naturtöne gespielt werden.

Der Tonumfang war abhängig vom Können des Spielers und betrug etwa drei Oktaven. Die Intonation war deswegen sehr unsicher, da sie mehrere Griffweisen pro Ton erlaubte. Das Mundstück war kesselförmig, mit weicher Innenkante, das Schallstück war nach oben gerichtet und hatte einen Durchmesser von ca. 21 cm. Das riesige Klangvolumen erforderte einen großen Atemverbrauch und der runde, Euphonium-ähnliche Klang – der in der Tiefe sehr rau war – hatte eine gute Wirkung in einer Masse von Bläsern. Überdies verband er sich gut mit den Stimmen.

Von 1821 bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Ophikleide allgemein üblich zur Ausführung von Bassstimmen. So wird sie bei Mendelssohn („Ein Sommernachtstraum“, 1843, „Reformationssymphonie“, 1832), Schumann, Meyerbeer („Robert der Teufel“, 1831), Verdi, Wagner („Rienzi“, 1842) vorgeschrieben. Hector Berlioz setzte in seiner „Symphonie Fantastique“ (1830) mehrere Ophikleiden ein, war aber einer der ersten Tuba-begeisterten Komponisten und hat die Ophikleiden durch Tubas ersetzt. Heute werden alle Ophikleiden-Stimmen von der Basstuba ausgeführt.

Ab den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Bassinstrumente mit ähnlichen Formen und mit verschiedenen Bezeichnungen gebaut. So entwickelte W. Riedl 1829 in Wien ein Ventilinstrument nach dem Vorbild der Ophikleide, das unter dem Namen Bombardon im deutschen Sprachraum bekannt war. Dieses weit mensurierte Instrument war mit seinem kräftigen Klang auch nach der Entwicklung der Tuba in der Militärmusik in Gebrauch. Das französische Gegenstück dazu baute der umtriebige und bekannte Instrumentenbauer Adolphe Sax (1814–1894), als er 1843 ein Patent auf Ventilblechblasinstrumente erwarb, die den gesamten Tonbereich abdeckten: Saxhorn, Saxtromba und Saxtuba waren die geläufigen Bezeichnungen dafür. Diese Instrumente wurden hauptsächlich in der Militärmusik verwendet.

Tenorsaxhorn

Tenorsaxhorn