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  • Bassoon sonata - 1st mvt.
  • Fagottsonate - 3. Satz
  • "Rite of Spring" 1a Introduction
  • September Melody
  • Magic Box
  • Winter Soliloquy

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Fagott - Klangcharakter

Weich, sanft, samtig, mild, sonor, glatt, warm, ruhig, malerisch, gespannt, lebendig, durchdringend, klagend, weit, leicht, empfindsam, voll, rund, schlank, eng, delikat.

Durch die U-förmige Knickung des Fagottrohres verliert das Instrument den durchdringenden und glänzenden Schalmeiencharakter der Oboen. Der Teiltonreichtum macht den Fagottklang besonders farbig. Die Verschiedenheit der Register ist besonders ausgeprägt und gehört zu den Charakteristika des Fagotts: Im tiefen Register voll und sonor, im mittleren schlank, elegant, melodiös und im hohen Register eng, gepresst.

Fagotttöne eignen sich – besonders im Staccato – durch alle Register hindurch zur Erzeugung humoristischer und komischer Effekte sowie zur Zeichnung musikalischer Karikaturen.

Tiefes Register: B1 – F

Die tiefen Fagotttöne mit ihrem substanzreichen, kompakten und gleichzeitig unaufdringlichen Klang werden oft als Bassfundament eingesetzt. Sie wirken etwas dicker und schwerfälliger als die höheren Töne und strahlen in pp-Passagen eine besondere Sanftheit, Ruhe und Zentrierheit aus.

Darüber hinaus haben ihnen die KomponistInnen thematische Aufgaben ernsten, stolzen, würdevollen und majestätischen Charakters zugewiesen.

Mittleres Register: Fis – b

Der Hauptklangbereich des Fagottes, nicht nur zur Klangmischung, sondern auch für Fagottsoli bestens geeignet. Die Töne klingen sonor, satt, klar und edel. Ihr Klang ist intensiver als das tiefe Register, ihr Ausdrucksbereich vielfältig. Er reicht von weicher Anschmiegsamkeit bis zu markanter Strenge, von strahlender Heiterkeit bis zu melancholischer Verzagtheit und Wehmut. Prädestiniert auch für unheimliche, dämonische, gespenstische Effekte.

Hohes Register: h – es2

Da die hohen Töne des Fagottes wesentlich weniger Obertöne enthalten als die tiefen, haben sie nicht mehr dieselbe klare Klangqualität, sondern werden oft als „gequetscht“ oder „gepresst“ (jedoch nicht als scharf) empfunden. In der Literatur spiegelt sich diese Wahrnehmung in unzähligen Passagen wider, wo Fagotte Beklemmung, Klage, Jammer, Mühsal, Qual und Angst zum Ausdruck bringen.

Die hohen Fagotttöne bergen aber auch eine lyrische Seite und können gesangliche Aufgaben erfüllen.