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Violoncello - Tonerzeugung

Die Tonerzeugung erfolgt durch Streichen der Saite mit dem Bogen oder durch Zupfen (rechte Hand). Die Tonhöhenänderung durch Niederdrücken der Saite mit den Fingerspitzen der linken Hand, wodurch der schwingende Teil der Saite verkürzt und der Ton erhöht wird.

Das Violoncello wird längs zwischen den Beinen gehalten und mit dem Stachel am Boden aufgesetzt. Durch diese stabile Haltung ist keine zusätzliche Fixierung mit der linken Hand nötig. So können die CellistInnen den Daumen der linken Hand zum Greifen verwenden.

Der Daumenaufsatz ist seit 1740 üblich und wird vor allem für die D- und die A-Saite in den höheren Lagen benutzt, sowie für Doppelgriffe (Oktaven) und künstliche Flageolett-Töne.

Griffsystem

Saitenwechsel und Lagenwechsel

4 Saiten im Quintabstand stehen zur Verfügung: C (4. Saite), G (3. Saite), d (2. Saite), a (1. Saite). Die Saiten sind eine Oktave tiefer als die der Viola. Die tiefste Saite liegt der bogenführenden Hand am nächsten.

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Das Violoncello unterscheidet sich in der Tonerzeugung im Prinzip nicht von den kleineren Streichinstrumenten. Da die Saiten aber etwa doppelt so lang sind wie bei der Violine, erweitern sich auch die Griffabstände für Ganz- und Halbtöne. Daraus resultiert ein besonderes Fingersatzsystem.

Der Fingersatz ist chromatisch: jeder Finger greift einen Halbton, mit Ausnahme des 1. und 2. Fingers, die auch in den unteren Lagen einen Ganzton greifen können. Das bedeutet, innerhalb einer Lage decken die Finger 2, 3 und 4 jeweils eine chromatische Stufe ab, während Finger 1 und 2 einen Ganzton bewältigen können. Das weiteste Intervall, das auf einer Saite ohne Lagenwechsel gegriffen werden kann, ist somit eine große Terz, mitunter sogar eine Quart.

Die oben beschriebene Griffweise gilt bis in die 6. Lage. Die spieltechnischen Unterschiede zu den kleineren Streichinstrumenten sind also zwischen der 1. und der 6. Lage am größten.

Ab der 7. Lage wird der Daumenaufsatz angewandt.

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Bis in die 6. Lage kann der Daumen an der Unterseite des Halses ungehindert entlang gleiten. Ab der 7. Lage behindert der Korpus ein Weiterführen der Hand in dieser Stellung. Daher wird der Daumen als Grifffinger verwendet. Ab der 7. Lage wird das diatonische Griffsystem angewandt (wie bei der Violine), da sich die Griffabstände verkürzt haben.

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Die 8. bis zur 14. Lage kommt nur noch auf der A-Saite zur Anwendung. Ohne Daumenaufsatz wären Oktavgriffe auf dem Violoncello für CellistInnen mit kleineren Händen nicht spielbar.

Das natürliche Flageolett entsteht durch Auflegen des Fingers auf die entsprechende Stelle der leeren Saite. Es spricht auf dem Violoncello besonders leicht an und wird bis zum 8. Teilton verwendet. Auf der A-Saite ist eine Verwendung bis zum 16. Teilton möglich.

Das künstliche Flageolett wird üblicherweise als Quartgriff ausgeführt.

Um eine Verbesserung der Klangfarbe zu erzielen, werden die hohen Lagen auf den tiefen Saiten vermieden. Die Artikulation wird heute durch einen energischen Fingeraufsatz herausgearbeitet (Percussion).

Bogenführung

Der Bogen wird mit allen Fingern der rechten Hand gehalten, und zwar am Frosch. Der Daumen und der Mittelfinger stehen sich dabei gegenüber. Vor allem mit dem Zeigefinger wird der Bogendruck reguliert. Das Handgelenk bewegt sich beim Spiel am meisten, der Arm und die Schulter bleiben sehr ruhig.

Der Bogen muß in seiner ganzen Länge einen rechten Winkel zur Saite bilden. Auf diese Weise ist es möglich, die klarste Tongebung zu erzielen.

Der Bogen ist am Frosch stärker als an der Spitze. Schnelle kurze Noten werden eher an der Spitze gespielt. Die Bogengeschwindigkeit wird auf den Bogendruck abgestimmt: Eine höhere Bogengeschwindigkeit mit höherem Bogendruck erzeugt einen stärkeren Klang.

Zwei Grundstricharten werden unterschieden:

Der Aufstrich, der Strich von der Spitze zum Frosch. Er steht in der Regel auf unbetonten Taktteilen (leichte Zeiten) und hat Crescendo-Tendenz.
Der Abstrich , der Strich vom Frosch zur Spitze. Er steht auf betontem Taktteil (Taktbeginn, Akzent).und hat eine Decrescendo-Tendenz.