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Klarinette in B - Klangerzeugung

Ansatz

Die Klarinette nimmt eine Sonderstellung unter den Holzblasinstrumenten ein: Ihr Rohr ist zylindrisch – im Gegensatz zur konischen Bohrung von Oboe, Fagott und Saxophon.

Die zylindrische Form, welche an einem Ende geschlossen, am anderen Ende offen ist, verleiht ihr akustisch die Eigenschaften einer gedackten Pfeife: Sie klingt erstens eine Oktave tiefer als ein gleich langes konisches Instrument. Zweitens sprechen bei der Tonerzeugung nur die ungeraden Teiltöne an, weshalb der erste überblasene Teilton die Duodezim ist (nicht die Oktave).

Beim Spielen wird das Rohrblatt auf die Unterlippe gelegt, die an die unteren Zähne gedrückt wird, während die oberen Zähne den Schnabel an der geschlossenen Seite fixieren. Das Rohrblatt des Mundstückes wird beim Anblasen durch den Lippendruck, den Luftdruck und die Berührungsfläche zwische Rohrblatt und Unterlippe kontrolliert und in Vibrationen versetzt. Das Rohrblatt gibt seinerseits Energie an die Luftsäule im Inneren des Instrumentes weiter und regt diese zum Schwingen an.

Bei starkem Anblasen in der Tiefe schlägt das Rohrblatt am Mundstück auf, im Piano schwingt es frei und berührt die Mundstückspitze nicht – dies fördert nebst einem ruhigen, klaren Ton auch die Erzeugung eines Pianissimo, das ins Nichts verhaucht.

Griffweise

Die Töne der Klarinettenskala werden entweder durch Öffnen oder Schließen des entsprechenden Tonloches mit einem Finger oder einer Klappe bzw. durch eine Griffkombination erzeugt.

Die Griffweise der Klarinette ist um einiges komplizierter als die der anderen Holzblasinstrumente. Dies ergibt sich aus ihrer ungewöhnlich langen Grundskala: Da sie in die Duodezim (3. Teilton = Oktave + Quinte) überbläst, hat ihre Grundskala 19 Halbtöne. Um die höchsten Töne ihres Grundregisters (bei der B-Klarinette: es1–as1 ) bis zum ersten Überbaston zu überbrücken, werden schwierige Griffkombinationen angewandt.

Mit Hilfe der Klappen entsteht bei normalem Anblasen die notierte Skala von e–b1.

Zum Überblasen werden Überblasklappen zu Hilfe genommen. Der erste überblasene Ton ist das h1 , eine Duodezim über dem e. Die Skala von h1–c3 wird durch Überblasen 1. Grades erzeugt (theoretisch wäre es bis zum f3 möglich). Ab dem cis3 wird das Überblasen 2. Grades angewandt (bei franz. System ab e3), dazu kommen Spezialgriffe mit Klappen zur Intonationskorrektur.

Tonerzeugung am Beispiel der Klarinette in B:

  • d–as1: normales Anblasen (vom Grundton aus)
  • a1–b2: Überblasen 1. Grades (zum 3. Teilton)
  • ab h2: Überblasen 2. Grades (zum 5. Teilton), Spezialgriffe

Für viele Töne (ganz besonders in der Höhe) gibt es mehrere Griffmöglichkeiten. Die KlarinettistInnen wählen dann den für die jeweilige Passage idealen Griff aus.