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Kontrabass - Klangverbindungen

Zwei Aufgaben sind zu betonen: Auf der einen Seite hat der Kontrabass als Fundamentbassinstrument die Fähigkeit, besonders gute Klangverbindungen zu allen Instrumenten herzustellen, besonders zu seinem kleineren Partner, dem Violoncello, aber auch zu allen Harmonieinstrumenten. Seine Klangkraft soll einen tragfähigen Untergrund bilden, auf dem die Klangsäule steht, ein Fundament, mit dem die anderen Instrumente verschmelzen. Er soll nicht hervortreten. Auf der anderen Seite hat er die Fähigkeit, eigene Linien zu spielen, Sololinien, die hervortreten.

Das besondere Problem des Kontrabasses ist die große Entfernung zu den Mittel- und Oberstimmen.

Der Klang des Kontrabasses strahlt aufgrund seiner Bauweise die ersten 6 Teiltöne besonders gut ab, das Ergebnis ist ein starker und breiter Klang, dem die hohen Komponenten, die für brillante Klarheit verantwortlich sind, fehlen. In der Instrumentation ist besonders zu beachten, dass die relativ stark klingenden Teiltöne des Kontrabasses die Grundtöne von relativ obertonarmen und schwach klingenden Instrumenten wie z.B. der Flöte maskieren können. Der Kontrabass ist also vorsichtig einzusetzen und pausiert zwischendurch.

Alle Streichinstrumente bilden eine klanglich homogene Gruppe, deren Aufgaben von zartesten Klangwirkungen bis zu expressivsten Klangmassierungen, von der größten Kompaktheit des Klanges bis zur weitesten Differenzierung reicht. Die Streichinstrumente sind die homogenste Klanggruppe des Symphonieorchesters. Die Streicher bilden seit Claudio Monteverdi (1567–1643) das Zentrum des Orchesters.

Zur Besetzung des Streichorchesters
In großen Orchestern sind die Streicher wie folgt besetzt:

  • 1.Violinen: 16
  • 2. Violinen: 14
  • Bratschen: 12
  • Celli: 10
  • Kontrabässe: 8

Spätromantische Werke – R. Wagner, G. Mahler, R. Strauss – und Stücke des 20. Jahrhunderts zerteilen den Streicherklang in viele Stimmen (divisi).

Divisi

Erfolgt in der Partitur, wenn eine Streichersektion Passagen mit zwei oder mehr Stimmen gesondert spielen soll. Bei der Anweisung divisi teilen sich also die vierzehn 1. Violinisten, die "einen" Part zusammen spielen, in zwei Gruppen auf, von denen eine den höheren und die anderen den tieferen Part übernimmt. Auf diese Weise ist es möglich, die fünf Streichersektionen des klassisch-romantischen Orchesters (1. Violinen, 2. Violinen, Violen, Celli und Kontrabässe) in mehrere verschiedene und unabhängige Parts zu unterteilen, eine Möglichkeit, von der Komponisten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend Gebrauch gemacht haben.

Kontrabässe + Streichorchester

Kontrabassgruppe
Kontrabässe divisi oktavierend eingesetzt hinterlassen einen dumpfen Eindruck, da der Klang kaum höheren Teiltöne dazugewinnt, die den Klang aufhellen könnten. Darüber hinaus werden die Teiltöne höherer Instrumente verdeckt.

Kontrabässe+ Violen
Oft werden die Violen zwei Oktaven höher parallel zu den Kontrabässen geführt, deren Teiltöne verstärkend. Dies ist besonders wirksam, wenn sich die Kontrabässe im tiefsten Bereich bewegen. Der herbe Charakter dieser Klangverbindung spricht für sich.

Kontrabässe + Violoncelli
Die Klangverbindung der Kontrabässe mit den Violoncelli in der Oberoktave ist eine „klassische“. Ihr Vorzug liegt wohl darin, dass ein Oktavbassklang entsteht, der auch bei sehr geringem Klangvolumen als tragfähiger Bass glaubwürdig bleibt, d.h. es ist ein Bassfundament vorhanden, das die anderen Instrumente in jedem Fall „durchlässt“. Der Klang des Violoncellos hellt den relativ dumpfen Klang des Kontrabasses auf und nimmt ihm seine Rauheit. Beide Instrumente pizzicato gespielt ergeben eine resonanzreiche Klangwirkung. Oft wird der Kontrabass im Pizzicato geführt, während das Violoncello in der Oberoktave arco spielt.

Kontrabässe + Harfe
Ergeben sowohl im Unisono als auch in Akkorden eine sehr resonanzreiche Klangverbindung.

Kontrabässe + Holzblasinstrumente

Kontrabässe + Bassklarinette
Die Bassklarinette ist dem Kontrabassklang in seiner Weichheit ähnlich. Die Gesamtwirkung ist weich und voll. Möglich sind Unisono- und Oktavverbindungen.

Kontrabässe + Kontrafagott
Das Kontrafagott nimmt im Unisono dem Kontrabassklang seine Dicke und präzisiert ihn.

Kontrabässe + Blechblasinstrumente

Kontrabässe + Horn
Mit dem Horn zwei (oder drei) Oktaven über dem Kontrabass ergibt sich ein weicher Gesamtklang.

Kontrabässe + Posaune
Die Posaune präzisiert den Kontrabassklang. Eine gute Wirkung ergibt sich, wenn der Kontrabass eine Posaunenlinie eine Oktave tiefer mitspielt.

Kontrabässe + Tuba
Die Tuba im Unisono mit dem Kontrabass verbreitert und verstärkt den Kontrabassklang.

Kontrabässe + Schlagwerk

Kontrabässe + Pauke
Das Bogentremolo im ff gemeinsam mit einem Paukenwirbel sorgt in Tutti-Stellen für eine dröhnende Klangmasse im Untergrund.

Funktion des Kontrabasses im Wandel der Zeit

Seit J. S. Bachs Zeiten wurde es mehr und mehr üblich, die Bassstimme gemeinsam von Violoncello und Kontrabass in der Unteroktave ausführen zu lassen. In klassischen Werken führte diese inzwischen zur Tradition gewordene Instrumentenkombination ohne Unterstützung durch andere Instrumente den Fundamentalbass aus. In der Musik Beethovens beginnt sich der Kontrabass langsam vom Violoncello zu emanzipieren. Erst bei wachsendem Orchesterapparat in der romantischen Epoche wurde der Kontrabass als Fundamentalbassinstrument von der Bassklarinette, dem Kontrafagott, der Bassposaune und der Bass- und Kontrabasstuba unterstützt.

Im Verlauf seiner fast 500-jährigen Geschichte erfüllte der Kontrabass nicht nur seine historische Hauptaufgabe als tiefste Stimme des Orchesters. In der Zeit der Wiener Klassik und ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden ihm vermehrt auch solistische Aufgaben anvertraut. Komponisten wie Richard Strauss, Maurice Ravel und Igor Strawinsky setzten ihn wegen des besonderen Klanges auch in höheren Regionen ein (Flageolett).