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Kontrabass - Tonerzeugung

Die Tonerzeugung erfolgt durch Streichen der Saite mit dem Bogen oder durch Zupfen (rechte Hand). Die Tonhöhenänderung durch Niederdrücken der Saite mit den Fingerspitzen der linken Hand, wodurch der schwingende Teil der Saite verkürzt und der Ton erhöht wird.

Der Kontrabass wird stehend oder sitzend gespielt und mit dem Stachel am Boden aufgesetzt.

Der Daumenaufsatz wird vor allem in den höheren Lagen benutzt, sowie für Doppelgriffe und künstliche Flageoletts.

Griffsystem

Saitenwechsel und Lagenwechsel

5 Saiten im Quartabstand stehen zur Verfügung: H2 (5.Saite), E1(4.Saite), A1 (3.Saite), D (2.Saite), G (1.Saite). Die tiefste Saite liegt der bogenführenden Hand am nächsten.

Der Kontrabass unterscheidet sich in der Tonerzeugung im Prinzip nicht von den kleineren Streichinstrumenten. Da die Saiten mehr als dreimal so lang sind wie bei der Violine, erweitern sich auch die Griffabstände für Ganz- und Halbtöne. Zum Vergleich: Auf dem Kontrabass ist die Länge eines Violingriffbrettes nötig, um eine große Terz (2 Ganztöne) zu greifen. Daraus resultiert ein besonderes Fingersatzsystem.

Die Griffweise basiert wie bei allen Streichinstrumenten auf dem System der Lagen. Aufgrund der enormen Saitenlänge (95–115 cm) sind die Abstände zwischen den Halbtönen sehr weit. Daraus erklärt sich auch, dass die Saitenstimmung in Quarten und nicht in Quinten erfolgt.

Der Fingersatz ist nicht konsequent chromatisch, ohne Lagenwechsel ist maximal ein Ganztonschritt möglich: Beispielsweise greift auf der D-Saite der 1. Finger E, der 2. (oder 3.) F und der 4. Fis. G ist bereits die nächste leere Saite. Bis zur Daumenlage (ab der 7. Lage) werden der 3. und der 4. Finger sozusagen als ein einziger Finger behandelt. Die tonangebenden Finger sind also folgende: 1., 2. und 4. Finger (der 3. wird oft als Stütze für den 4. Finger verwendet, was auch der Anatomie der Hand entspricht).

Die oben beschriebene Griffweise gilt bis in die 6. Lage.

Ab der 7. Lage wird der Daumenaufsatz angewandt. Es gibt 5 Daumenlagen. Alle Lagen werden auf allen 4 Saiten angewendet.

Das natürliche Flageolett entsteht durch Auflegen des Fingers auf die entsprechende Stelle der leeren Saite. Es spricht auf dem Kontrabass besonders leicht an und wird auf der H- und E-Saite bis zum 6., auf der A-, D- und G-Saite bis zum 8. Teilton verwendet. Es sprechen jedoch noch höhere Flageoletts an, die in Solopartien auch verlangt werden. Die Notierung des Flageoletts ist nicht transponierend (eine Oktave höher als bei den fest gegriffenen Tönen), sondern dem Klang entsprechend. Aufgrund der Höhe wird im Violinschlüssel notiert.

Anders als bei den höheren Saiteninstrumenten ist das künstliche Flageolett auf dem Kontrabass nur sehr eingeschränkt ausführbar. In tiefen Lagen ist der Terz-, Quart- und Quintgriff nicht möglich. Künstliche Flageoletts im Quartgriff sind zwischen der 1. und 8. Daumenlage möglich und werden üblicherweise nur auf der G-Saite ausgeführt.

Bogenführung

Die Bogenführung funktioniert grundsätzlich auf dieselbe Weise wie bei den höheren Streichinstrumenten.

Der Bogen muss in seiner ganzen Länge einen rechten Winkel zur Saite bilden. Auf diese Weise ist es möglich, die klarste Tongebung zu erzielen.

Der Bogen ist am Frosch stärker als an der Spitze. Die Bogengeschwindigkeit wird auf den Bogendruck abgestimmt: Eine höhere Bogengeschwindigkeit mit höherem Bogendruck erzeugt einen stärkeren Klang.

Zwei Grundstricharten werden unterschieden:

  • Der Aufstrich, der Strich von der Spitze zum Frosch. Er steht in der Regel auf unbetonten Taktteilen (leichte Zeiten) und hat Crescendo-Tendenz.
  • Der Abstrich, der Strich vom Frosch zur Spitze. Er steht auf betontem Taktteil (Taktbeginn, Akzent).und hat eine Decrescendo-Tendenz.