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Harfe I
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Harfe - Tonerzeugung

Anschlagtechnik

Die 47 Saiten sind diatonisch gestimmt und ergeben als Grundskala die Tonleiter von Ces-Dur. Jede Saite entspricht also einer anderen Tonhöhe. Die langen Saiten (= tiefen Töne) befinden sich in Fußnähe, also von der Spielerin entfernt, die kurzen Saiten (hohe Töne) in Halsnähe, also nahe an der Spielerin.

Die Harfe wird im Sitzen gespielt, wobei das obere Korpusende auf die rechte Schulter gelegt wird. Der Fuß liegt am Boden auf. Die Harfe wird mit beiden Händen gespielt: Die rechte Hand greift die kurzen Saiten, die linke die langen. Je nach musikalischem Zusammenhang sind beide Hände auch über den gesamten Tonumfang aktiv.

Die Saiten werden mit den Fingerkuppen in der Saitenmitte angezupft. Man nennt dies den Anschlag. Die Anschlagstelle in der Mitte ergibt einen vollen Klang. Près de la table bezeichnet einen Anschlag nahe der Resonanzdecke, was einen teiltonreichen, helleren, metallischeren, fast gitarrenähnlichen Klang ergibt.

Sous étouffés sind Töne, die nach dem Anschlag mit der flachen Hand abgedämpft werden.

Flageolett-Töne entstehen durch Anzupfen mit dem Daumen, während die Saite vom Handballen derselben Hand in der Mitte berührt wird.

Mehrfachgriffe sind bis zu 4 Stimmen pro Hand möglich. Die Spanne einer Dezim gilt als weit, größere Spannen sind schwierig.

Pedaltechnik

Den 7 Tönen der Ces-Dur Grundskala sind 7 Pedale zugeordnet, die jeweils 2 Mal getreten werden können: Einmaliges Treten bewirkt die Erhöhung des betreffenden Tones in allen Oktavlagen um einen Halbton (Saitenverkürzung), zweimaliges Treten bewirkt die Erhöhung um 2 Halbtöne (einen Ganzton). Jeder Ton der Skala kann somit 2 Mal erhöht werden.

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Die Erhöhung des Ces nach C durch einfachen Pedaldruck bewirkt, dass gleichzeitig alle Saiten mit dem Ton Ces um einen Halbton erhöht werden, ein zweimaliger Pedaldruck erhöht alle Ces-Saiten um einen Ganzton. Nach diesem Prinzip funktionieren alle Pedale. Das Umstimmen einer einzigen Saite ist nicht möglich.

Die Töne Des in der einen Oktav und D in einer anderen sind nicht möglich, da nur die Des-Saite nach D umgestimmt werden kann. Die nächsttiefere Saite, das Ces, kann nicht 3 Halbtöne nach oben gestimmt werden. Dasselbe gilt für die Töne Ges mit G und As mit A. Für die Tonhöhen D, G und A steht somit nur eine Saite zur Verfügung.

Harfenpedale

Pedalkasten
1 Linker Fuß
2 Rechter Fuß
3 Es-Pedal
4 Drähte der Umstimmmechanik
5 Pedalraster

Pedalraster
6 Grundstellung
7 Einmaliges Treten
8 Zweimaliges Treten

Will man z. B. die Töne C und H in einem Glissando verwenden (beide Töne sollen ohne Pedalumstellungen gleichzeitig zur Verfügung stehen), gibt es 2 Möglichkeiten: Man stimmt entweder das B-Pedal nach H und das Ces-Pedal nach C oder man stimmt das B-Pedal nach C und lässt das Ces-Pedal in der Grundstellung.

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Ein einfaches Durchtreten aller 7 Pedale stimmt die Grundreihe von Ces-Dur nach C-Dur um, ein zweifaches nach Cis-Dur.

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Jede Saite liefert 3 Tonhöhen, aus den 7 Skalentönen ergeben sich also 21 Töne. Dies bedeutet, dass fast alle 12 Töne der chromatischen Skala doppelt zur Verfügung stehen (2 x 12 = 24), mit Ausnahme von 3 Tönen: D, G, A.

Man nennt die Töne gleicher Tonhöhe, die auf zwei benachbarten Saiten erzeugt werden können, auch Synonyme. Synonyme können für besondere Skalen- und Akkordkombinationen genützt werden, die glissando gespielt von großer Wirkung sind. Auch ein bisbigliando genannter Effekt (Tremolo im Piano auf 2 benachbarten Saiten gleicher Tonhöhe) resultiert daraus.

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Auf der Doppelpedalharfe ist somit ein Spiel in allen Tonarten möglich. Für Modulationen in entfernte Tonarten muss der Komponist den SpielerInnen genügend Zeit lassen (in Form von Pausen), weil die Aktivierung der Pedale Zeit erfordert. Aus diesem Grund ist die Ausführung einer schnellen chromatischen Skala auf der Harfe unmöglich. Nur chromatische Skalenausschnitte von ein paar Tönen sind möglich. Diese werden vor allem für Verzierungen genutzt.