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Kleine Trommel
ist enthalten in den Produkten:


Kleine Trommel - Bauweise

Zarge (Korpus)

Snaredrum, Bauweise



1 Spannmechanismus
2 Spannhebel
3 Zarge
4 Spannböckchen
5 Spannreifen
6 Spannschraube

Die relativ flache Zarge der Kleinen Trommel besteht entweder aus Holz oder Metall. Kunststoff wird selten verwendet.

Auf der Unterseite der Zarge befinden sich Furchen für die Schnarrsaiten. Sind die Saiten gespannt, werden sie in diese Vertiefungen gedrückt und haben so einen besseren Kontakt zum Fell.

Piccolotrommel

Seitlich am Korpus befindet sich der Spannmechanismus für die Schnarrsaiten: Mit einem Umschalthebel spannt oder lockert der Spieler die Saiten, so dass sie entweder an das Resonanzfell gedrückt werden oder nicht. Zusätzlich gibt es eine Schraube am Umschalthebel, mit der die Spannung der Saiten sehr fein reguliert werden kann.

In der Zarge ist immer ein kleines Loch, durch das nach dem Anschlag der Trommel ein Druckausgleich der im Innern befindlichen Luft stattfinden kann.

Für extrem flache Bauformen der Kleinen Trommel hat sich auch die Bezeichnung Piccolotrommel eingebürgert (engl. piccolo snare drum, ital. tarole, tamburo acuto).

Fell

Beide Öffnungen der zylindrischen Zarge sind mit Kalbs- oder Kunststofffell bespannt. Kunststofffelle sind entweder durchsichtig (clear) oder weiß angerauht (coated). Das Schlagfell befindet sich auf der Oberseite der Trommel, das Resonanzfell unten.

Die Felle sind auf einen Fellreifen, der einen etwas größeren Durchmesser als die Zarge besitzt, aufgezogen. Ein über den Fellreifen gelegter Spannreifen wird mit langen Schrauben oder Gewindestangen an die Spannböckchen, die etwa in der Mitte der Zarge befestigt sind, angeschraubt.

Eine Schnurspannung wie bei den mittelalterlichen Landsknechtstrommeln ist heute selten. Die gleichmäßige Spannung der nicht zu dicken Felle ist die Voraussetzung für einen guten Klang.

Um eine unbestimmte Tonhöhe zu erlangen, müssen in Bezug auf das Fell zwei Parameter stimmen:

  1. Die Dicke: je dicker das Fell, desto eher tendiert das Instrument dazu, eine präzise Tonhöhe zu entwickeln. Das Resonanzfell ist daher etwas dünner und elastischer als das Schlagfell
  2. Die Spannung: Beide Felle sollten unabhängig voneinander gestimmt werden können. Ein fester gespanntes Schlagfell wird von vielen Spielern bevorzugt.

Bis ins 20. Jahrhundert entsprach es dem Klangideal, eine bestimmte Tonhöhe tunlichst zu vermeiden, heute wird das Stimmen der Kleinen Trommel auf eine exakte Tonhöhe gelegentlich vorgeschrieben.

Schnarrsaiten

Die meist 8–18 Schnarrsaiten, die über das Resonanzfell gespannt werden, tragen wesentlich zum hellen und geräuschhaften Klang der Kleinen Trommel bei. Das Material der Schnarrsaiten unterscheidet sich je nach Einsatzbereich und Herkunft der Trommel:

In Militärkapellen werden oft noch reine Darmsaiten bevorzugt, da sie einen exakten und knallenden Klang ergeben.

Im Jazz sowie in der Rock- und Popmusik bewirken Drahtspiralen (auch Spiralteppich genannt) einen zischenden und diffusen Klangeindruck. Die Schnarrsaiten für Orchestertrommeln liegen zwischen diesen beiden Extremen, denn in den meisten Fällen handelt es sich um Seide oder Nylon, mit Metall umsponnen, jedoch gibt es wieder vermehrt eine Tendenz zu Darmsaiten.

Gespannte Schnarrsaiten mit Metallanteil werden im Orchester sehr leicht vom Klang anderer Instrumente (z.B. der Hörner, oder auch Pauke, die ja meist in der Nähe der Kleinen Trommel steht) in Schwingung versetzt. Dieses Mitsurren vermeiden die SpielerInnen, indem sie die Schnarrsaiten abheben, solange die Kleine Trommel pausiert (hoffentlich! :-)

Trommelständer

Die kleine Trommel wird zum Spielen auf einen stabilen Trommelständer gelegt, dessen Höhe und Neigungswinkel verstellbar sind.