AUDIO
  • Mysterious Jewels
  • Blues for Gilbert
  • Vibraphone Tune
  • Solo for Vibraphone

Open External Player

Vibraphon
ist enthalten in den Produkten:


Vibraphon - Bauweise

Klangstäbe

Der Rahmen mit den chromatisch gestimmten Stahlplatten (Klangstäbe) ist auf einem Metallgestell montiert, das wiederum auf fahrbaren Rädchen steht. Die Stahlplatten sind wie bei einem Klavier in zwei Reihen angeordnet. Im Gegensatz zum Xylophon und Marimbaphon bilden die Stabreihen eine einzige Ebene. Die Stahlplatten – Stahl, Aluminiumlegierung – sind waagrecht an ihren Knotenpunkten (knapp vor den Enden) durchbohrt und reihenweise an einer Schnur aufgehängt, wobei die einzelnen Klangstäbe durch Isolierplättchen voneinander getrennt sind. Auf diese Weise werden die Klangstäbe stabilisiert und können frei schwingen. Liegen die Isolierplättchen zu dicht an den Klangstäben, entsteht ein schnarrendes Geräusch.

Resonanzröhren und Motor

Vibraphon, Resonanzröhren

1. Resonanzröhre
2. Deckklappe (Vibrator)
3. Achse (Welle)
4. Klangstab

Senkrecht unter jedem Klangstab befindet sich eine abgestimmte Resonanzröhre zur Verstärkung des Grundtones. An den oberen Kanten der Resonanzrohre ist der Vibrator angebracht, Deckscheiben, die mit einer motorgetriebenen Welle verbunden sind. Bei eingeschaltetem Motor bewegt sich die Welle periodisch hin und her, wobei die Deckscheiben die Resonanzröhren abwechselnd öffnen und schließen, und zwar alle Resonanzröhren gleichzeitig. Die Luftsäule im Inneren der Resonanzröhren bewegt sich und es entsteht eine pulsierende Erhöhung und Erniedrigung des Resonanztones, der bekannte Vibrato-Effekt. Die Rotationsgeschwindigkeit des Motors ist stufenlos regulierbar und reicht ungefähr von 0–12 Umdrehungen pro Sekunde.

Die Resonanzröhren sind unten geschlossen und präzise auf den Grundton der dazugehörenden Klangplatte abgestimmt. Es gelten dieselben akustischen Bedingungen wie bei gedackten Orgelpfeifen (= einseitig geschlossene Röhren). Der Grundton hängt dabei von der Länge der Luftsäule im Inneren der Röhre ab.

Die Wellenlänge entspricht der Schallgeschwindigkeit (= 340 m/sec), dividiert durch die Frequenz. Bei einem beidseitig offenen idealen Rohr entspricht die größtmögliche Wellenlänge (= Grundton) der halben Rohrlänge – in einem solchen Rohr hat also eine halbe Welle Platz. Bei einem Rohr, das auf einer Seite offen, auf der anderen Seite geschlossen ist (= wie bei deiner gedackten Orgelpfeife), entspricht die größtmögliche Wellenlänge nur einem Viertel der Rohrlänge – in einem solchen Rohr hat also nur eine Viertel-Welle Platz. Beispiel gefällig? Wie lang muss das Resonanzrohr des Tones von c1 sein? (Frequenz = 260 Hertz (= 260 Schwingungen/Sec).
340 m : 260 = 1,30 m
130 cm : 4 = 32,5 cm
Das Resonanzrohr von c1 ist 32,5 cm lang. In der Realität muss diese Rohrlänge noch um die sogenannte „Mündungskorrektur“ verkürzt werden, das ist 5:3 des Rohrdurchmessers. Mit jeder Oktave höher halbiert sich die Rohrlänge.

Wegen des schöneren Aussehens bilden die Resonanzröhren jedoch oft einen halbkreisförmigen Bogen. Die jeweils äußersten Röhren sind also gleich lang, die Symmetrieachse liegt in der Mitte. Die Resonanzröhren der höheren Klangstäbe – von Zuhörer aus links – müssten ja die kürzesten sein. Deshalb sind die Rohre im Inneren geschlossen, und zwar auf jener Höhe, die der jeweiligen Tonhöhe des dazugehörigen Klangstabes entspricht. Die optische Realität unterscheidet sich also von der akustischen.

Vibraphon, Bauweise
  1. Bauweise des Vibraphons
  2. Akustische Realität: tatsächliche Länge der Resonanzröhren

Dämpferpedal

Dem langen Nachklang der Töne verdankt das Vibraphon ein Dämpfungspedal: Dieses Pedal wirkt auf eine Filzleiste, die sich beim Niedertreten des Pedals von den Klangstäben (Platten) entfernt, jedoch beim Loslassen von unten auf die Klangstäbe drückt und diese dämpft. Das Pedal funktioniert also auf dieselbe Weise wie beim Klavier: erst das Niedertreten hebt die Dämpfung auf und lässt den Ton nachklingen.

Moderne Vibraphone sind in der Regel auf 442 Hertz temperiert gestimmt. Von den Herstellern werden aber mehrere Stimmungen angeboten, da sich die Orchester weltweit auf verschiedene Stimmtonhöhen berufen.