AUDIO
  • Zapateado - Violin solo
  • Meditation - Violine & Orchester
  • Violinkonzert II Andante - Violine & Orchester
  • Concerto Cadenza - Violine & Orchester
  • Solovioline - con sordino
  • Lohengrin - Prelude
  • Chamber Violins performance
  • Violins performance

Open External Player

Violine - Bauweise

violin_construction_303x387.png

1 Schnecke
2 Wirbelkasten
3 Wirbellöcher
4 Wirbel
5 Hals
6 Obersattel
7 Griffbrett
8 Steg
9 Saitenhalter
10 Untersattel
11 Saitenhalterknopf

KORPUS
12 Decke
13 F-Loch
14 Flödel (Einlage)
15 Bassbalken
16 Zargenkranz 
16a Unterbügel
16b Mittelbügel
16c Oberbügel
17 Eckklotz

18 Boden
19 Stimmstock

Der Korpus

Der Korpus wird aus langsam gewachsenem Holz von gleichmäßiger Dichte gefertigt, da dieses die besten Resonanzeigenschaften hat. Die Decke wird aus Fichtenholz, der Boden und die Zargen aus Ahornholz gemacht.

Für die Herstellung der Decke wird aus einem Fichtenstamm ein Keil herausgesägt, der in der Mitte geteilt wird. Die beiden symmetrischen Teile werden zusammengeleimt, so dass sich in der Mitte die engeren Jahresringe befinden. Aus dieser Platte wird eine Wölbung ausgehobelt, wobei das Holz in der Mitte etwa 3 mm dick ist und zu den Rändern hin dünner wird. Die in die Decke geschnittenen F-Löcher erhöhen die Schwingungsfähigkeit der Decke in der Nähe des Steges und die Schallabstrahlung aus dem Inneren des Korpus. Ähnlich wird der Boden hergestellt, entweder aus einem oder zwei Teilen Ahornholz. Die gebogenen Zargen verbinden Decke und Boden und bestehen aus Ober-, Mittel- und Unterbügel, als Verstärkung dienen der Ober- und Unterklotz und vier Eckklötze im Inneren des Korpus. Entlang der Ränder von Decke und Boden laufen Adern: Einlegearbeiten aus Birnbaum- oder Ebenholz, die der Absicherung der Randbereiche dienen. Über die Bedeutung des Lacks für den Klang wurde viel spekuliert. Sicher ist, dass er den Korpus vor klimatischen Einflüssen schützt.

Kopf, Hals und Griffbrett

Kopf und Hals sind aus einem Stück Ahorn geschnitzt. Der Hals ist mit dem Oberklotz fest verzahnt. Seine Länge beträgt etwa 13 cm. Das Griffbrett aus massivem Ebenholz ist mit dem Hals verbunden und schwebt über einem Teil der Decke. Ältere Griffbretter – um 1700 – waren mit ca. 20 cm wesentlich kürzer als heutige mit rund 27 cm Länge. Die Saiten laufen parallel zum Griffbrett.

Saiten

Die tiefste Saite, die G-Saite, ist meist aus Darm und mit Silber- oder Kupferdraht umsponnen, die D- und die A-Saite entweder aus Darm oder Kunststoff und mit Aluminium umsponnen, die E-Saite ist meist aus Stahl. Um die Spannung der vier Saiten etwa gleich zu halten, was für eine gleichmäßige Übertragung des Klanges sehr wichtig ist, werden Saiten mit unterschiedlichen Durchmessern verwendet. Die Spannung der E-Saite ist jedoch leicht erhöht, was ihr erst die gewünschte Brillanz verleiht.

Steg, Bassbalken und Stimmstock

Zwischen den F-Löchern ist der Steg aus Ahornholz positioniert, 30 mm hoch und 40 mm breit, und wird durch den Saitendruck an die Decke gedrückt. Er überträgt die Saitenschwingungen über zwei kleine Füße auf die Decke. Kleinste Änderungen seiner Höhe, Dicke, Schnittform und seiner Position auf der Decke wirken sich auf den Klang aus. Ältere Modelle waren wesentlich robuster als heutige.

Der Bassbalken ist ein 28 cm langes und 5 mm breites Stück aus Ahorn- oder Tannenholz. Er ist unter dem linken Fuß des Steges (G-Saite) an der Innenseite der Decke länglich aufgeleimt und überträgt die Schwingungen des linken Stegfußes, die tiefen Töne, auf die Decke.

Der Stimmstock, ein 6 mm dicker Stab aus Fichtenholz, wird neben den rechten Stegfuß gesetzt und zwischen Boden und Decke geklemmt. Wegen seiner Bedeutung für den Klang wird er oft als die „Seele“ der Violine bezeichnet. Er überträgt die Schwingungen der hohen Saite auf den Boden. Bereits kleinste Veränderungen seiner Position wirken sich auf das Klangbild aus.

Ergänzende Teile

Der Dämpfer (Sordino) kann aus den verschiedensten Materialien hergestellt sein: Holz, Gummi, Plastik, Leder oder Messing. Er wird auf den Steg aufgesetzt, wodurch dessen Übertragungsfähigkeit für die höheren Teiltöne (über 2000 Hertz Schwingungsfrequenz) reduziert wird. Dadurch verliert der Violinklang an Helligkeit und Lautstärke.

Der Kinnhalter, aus Holz oder Kunststoff, und die Schulterstütze aus Stoff stützen das Instrument, so dass die linke Hand der ViolinistInnen in ihrer Bewegungsfreiheit gefördert wird. Darüber hinaus wird die dämpfende Einfluss der Schulter vermieden.

Mensur

Die Längenverhältnisse zwischen Obersattel und Halsansatz und zwischen Halsansatz und Steg einerseits und der schwingendend Saite andererseits werden als Mensur bezeichnet. Als ideal gilt heute das Verhältnis 2:3 zwischen Hals- und Deckenteil. Ist die „ganze“ Violine (4/4-Mensur) die normale Größe, so werden für SpielerInnen mit kleineren Händen Violinen in 7/8-Mensur und noch kleinere Mensuren für Kinder angeboten (bis zu 1/16-Mensur). Der Vorteil dabei ist, dass bei gleicher Stimmung die Abstände auf dem Griffbrett geringer werden und von kleineren Händen leichter gegriffen werden können.