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Violine - Klangcharakter

Voll, beseelt, singend, ausdrucksvoll, verinnerlicht, transzendent, übersinnlich, sinnlich, glänzend, hell, metallisch, vibrierend, klar, gläsern, flötenartig, scharf, schillernd, glitzernd, ruhig, schrill, dünn, pfeifend, rund, rein, gedeckt, getragen, herb, dunkel, gedämpft, offen, tragend, getragen, rau, schwebend, sanft, süß, fröhlich, tänzerisch, verschleiert.

Die Kombination folgender Faktoren ist für Unterschiede im Klangcharakter der Violine – von Streichinstrumenten überhaupt – verantwortlich: die Saitendicke, die Wahl der Saite, die Kontaktstelle des Bogens, die Bogengeschwindigkeit und der Bogendruck. Diese Faktoren bestimmen, wie stark bestimmte Teilschwingungen zum Schwingen angeregt werden, d.h., welche Klangfarbe daraus resultiert. Es liegt in der Hand des/der Geigers/in, bewusst aus diesen Klangmöglichkeiten auszuwählen. Für den Klangcharakter der Violine gilt folgende Schlussfolgerung: In einem bestimmten Tonhöhenbereich (Lage) ist nicht eine einzige Klangfarbe vorherrschend, sondern die GeigerInnen bestimmen durch ihr Spiel die Klangfarbe.

Leere Saiten klingen heller als gegriffene. Manchmal wird das ausgenutzt, manchmal auch vermieden, um die Homogenität einer Linie nicht zu gefährden.
Häufige Saitenwechsel reduzieren den Lagenwechsel (Klangfarbe ändert sich), häufige Lagenwechsel reduzieren den Saitenwechsel (Klangfarbe ist eher homogen).

Flageolett klingt dünner als normaler Ton, flötenähnlich, wegen des Teiltonmangels. Natürliches Flageolett klingt stärker als künstliches. Flageolett ist nicht nur pp und pspielbar, sondern auch ff.

Klangcharakter der Saiten

G-Saite (g–c2, g2)
Gibt im tieferen Bereich einen dunklen und sonoren Klang, der eine Tendenz zu einer gewissen Rauhigkeit haben kann. Im höheren Bereich sind ausdrucksintensive und seelenvolle Kantilenen zu erwarten. Die Intensität des Klangs nimmt zu.

D-Saite (d1–g2, d3)
Sehr klangvoll und weich. Der Klang dieser Saite bewegt sich im melodischen Bereich der menschlichen Stimme und wird für gesangvolle Kantilenen eingesetzt. 

A-Saite (a1–d3, a3)
Klingt weicher als die D-Saite.

E-Saite (e2–a4, d5)
Klingt glänzend und metallisch, setzt sich gegen tiefere Mittelstimmen durch. Im hohen Bereich sehr heller Klang, weniger voll. Aufgrund seiner Helligkeit setzt sich auch dieser Klang durch.

Die Einteilung der Gesamtskala eines Instrumentes in Register beschreibt bei der menschlichen Stimme und bei Blasinstrumenten die Zonen gleicher Klangfarbe in nachvollziehbarer Weise. Bei der Violine im Besonderen und bei Streichinstrumenten überhaupt ist das Konzept der verschiedenen Register weniger geeignet zur Beschreibung verschiedener Klangfarbenzonen, die eine untere und obere Grenze haben und an eine bestimmte Lage gebunden sind. Das soll nicht heißen, dass die Violine nur eine Klangfarbe „drauf“ hat, im Gegenteil, das Spektrum an verschiedenen Klangfarben ist außerordentlich groß: Die vielen Klangfarben und Klangcharaktere sind jedoch weniger einer bestimmte Lage zuzuordnen, sondern verdanken sich zum einen der gewählten Saite und zum anderen der Spieltechnik, d.h. die verschiedenen Klangfarben verteilen sich auf die Gesamtskala des Instrumentes. Der Grundcharakter der Violinskala homogen.